Friedrich Dähler

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gestorben: 
20. März 1933 Wuppertal
Opfergruppe: 

Fritz Dähler wurde am 24. Juni 1933 aus der Wohnung abgeholt und getötet. Dählers Leichnam fand man in einem Waldstück im Deilbachtal.1 Dähler war Tage zuvor von der SA gezwungen worden, kommunistische Plakate von den Häuserwänden abzukratzen. „Die Morde an Dähler und Kraehkamp sorgten für ungeheure Aufregung“, so die Aussage von zwei Wuppertalern, die der Emigrationsleitung in Holland berichteten. „Die Aktivisten stellten Klebezettel her, die am helllichten Tage geklebt wurden. Vor den angeklebten Zetteln bildeten sich starke Ansammlungen, die von der Polizei zerstreut wurden. Dann kratzten Polizeibeamte die Zettel mit dem Seitengewehr ab. Die Jugendgenossen sorgten weiter dafür, dass die Umstände dieser Mordtat und die Namen der Mörder, August Puppe [und] Karl Vogt, in der Öffentlichkeit durch Flugblätter bekannt wur­den.2 In einem Flugblatt, dass die Polizei am 12. März 1933 beschlagnahmen konnte, rie­fen Rote Jungfront (RJ) und der RFB zu bewaffneten Gegenschlägen auf: „Keine Gefühlsduselei mehr. Erkennt die Kraft des Proletariats. Bewaffnet euch. Rottet diese Mördersippe aus. Prolet! Nimm die Waffe zur Hand! Rächt das Blut eurer ermordeten Klassengenossen. [...] Bereitet vor den bewaffneten Aufstand. Wir werden euch mit Rat und Tat unterstützen.“3 Die Aufrufe der militanten Gruppen verhallten ungehört beim Wuppertaler Proletariat, auch die Aufrufer selbst, die organisierten Gruppen im RFB und RJ schlugen nicht mehr zurück.

1 Vgl. Wiedergutmachungsakte Abraham Dähler, StAW AfW, W-11158; Wiedergutmachungsakte Erwin Dähler StAW AfW, W-11159; LAV NRW R, Gerichte, Rep. 5/834.

2 BArch B, SAPMO, RY 1 /I 4/1/47.

3 LAV NRW W, GStAH, Nr. 11180-11183.

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