Alfred Meyer

Würzburg, Germany
gestorben: 
Beruf: 
Zahnarzt

Alfred Meyer hatte seit März 1933 antisemitische Drohanrufe erhalten und die Festerscheiben seiner Praxis waren eingeworfen worden. Bei ihm fanden mehrere brutale Hausdurchsuchungen statt, in der Nacht vom 2.zum 3. April 1933 wurde seine Wohnung zerstört. Am 16.5.1933 entführten und ermordeten SA-Männer Dr. Meyer. Seine Leiche wies Schuss- und Stichverletzungen auf und wurde in der Bever-Talsperre gefunden.

 

Q: GStAPK, I HA, rep. 84a/53389

Verfügung des preuß. Justizministeriums, Krug vom 11.8.1933.

Niederschlagung der Strafverfolgung.

"Es handelt sich um die Tötung des jüdischen Zahnarztes A.Meyer.Meyer soll sich im kommunistischen Sinne betätigt haben, Versammlungen über § 218 abgehalten haben, "Geschlechtsverkehr mit zahlreichen christlichen Mädchen gehabt und sich dessen gerühmt haben. Die Täter, die bisher nicht ermittelt sind, dürften demnach aus politischen Beweggründen gehandelt haben und die Tat im Zusammnhang mit der nationalsozilalistischen Revolution begangen [worden] sein."

 

Rudolf Peters aus Barmen legte beim zuständigen NSDAP-Gauleiter in Düsseldorf, Friedrich Karl Florian, Beschwerde ein über die Zerstörung der Praxis und die Behandlung von Dr. Alfred Meyer. Der Zahnarzt war am 15. Mai 1933 verhaftet und in einer Düsseldorfer SA-Unterkunft
gefoltert worden. Auf dem Weg von Düsseldorf nach Remscheid erschlug man ihn im Auto. Die Leiche wurde, von den Tätern mit einer Schreibmaschine beschwert,70 in der Bever-Talsperre bei Hückeswagen versenkt. Ob Peters auch bereits Kenntnis von der Ermordung
Dr. Meyers hatte, geht aus den Akten nicht zweifelsfrei hervor. Peters wurde daraufhin von der SA verhaftet. Man warf ihm vor, Gräuelmärchen über Meyers Verhaftung verbreitet zu haben. Bei der Verhaftung, so Peters, hatte die SA 1.200 RM und eine Schreibmaschine ohne Quittung „beschlagnahmt“. Vor dem Amt für Wiedergutmachung verstrickte Peters sich allerdings in Widersprüche. Er erhielt keine Wiedergutmachung, da er selbst Mitglied der NSDAP gewesen war.71

StAW AfW 77663.

 

 

Quellenhinweis: 

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