Kurt Orgler

Oppeln, Deutschland
gestorben: 
8. Mai 1945 Auschwitz
Opfergruppe: 
Beruf: 
Rechtsanwalt

Deportation der Juden aus Wuppertal am 20. Juli 1942 www.stiftung-wuppertal.de/wuppertal.../Der_20._Juli_1942_-_Wuppertal.pdf 247 Wuppertaler Juden und Jüdinnen wurden am 20. Juli 1942 zunächst nach Düsseldorf transportiert, dazu noch 7 Solinger, 14 Remscheider, je einer aus Velbert, Neviges und Heiligenhaus. Von dort fuhr am nächsten Tag um 10.17 Uhr ein neu zusammengestellter großer Deportationszug mit insgesamt fast 1000 Juden aus Düsseldorf, Essen, Oberhausen und den Juden aus unserer Stadt nach Theresienstadt, das er zwei Tage später erreichte. Der Rechtsanwalt Kurt Orgler und seine Frau Adele hatten in der Unteren Lichtenplatzer Straße 80 gewohnt. Adele war die Tochter von Philipp Blumenthal, dem Mitbegründer der orthodoxen Gemeinde „Adas Israel“ in Elberfeld. Kurt Orgler war von 1931 bis zum ihrem Ende Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Barmen gewesen. Vor der Deportation nach Theresienstadt schrieben die Eltern einen Abschiedsbrief an ihre in der Emigration lebenden Kinder: Geliebte Kinder! Da man uns nicht die Möglichkeit gegeben hat, zu Euch zu kommen, so müssen wir heute von Euch Abschied nehmen. Wir verlieren Heim und Heimat u. Ihr das Elternhaus. Es ist uns schwer ums Herz. Wir haben stets Euer Glück im Auge gehabt. Darum soll auch in diesem Augenblick das Schwere, welches uns bevorsteht, hinter die Sorge um Euch zurücktreten. Möge Gott Euch unter seinen Schutz nehmen. Haltet treu zusammen, dann wird einer den andern stützen. Wir haben, seit wir mit der Abreise rechnen mussten, so viel Liebe erfahren, dass wir die letzten Tage nicht aus unserem Leben streichen möchten. Wir haben uns selbst um das Packen der wenigen Sachen, welche wir mitnehmen dürfen, nicht zu kümmern brauchen. […] wir müssen morgen um 7 Uhr zum Bahnhof gehen und werden in Steinbeck gesammelt. […] wir werden noch Stunden am Bahnhof warten müssen. Wir hoffen, dass Ihr die Möglichkeit haben werdet, uns zu schreiben u. zu schicken. [...] Nun lebt wohl geliebte Kinder. Möge Gottes Segen Euch auf Euren ferneren Wegen begleiten. In inniger Liebe Vater und Mutter. (Slg. Föhse) Adele und Kurt Orgler kamen gemeinsam mit ihren Freunden, den Eheleuten Rappoport und Wahl und vielen anderen Wuppertalern nach Theresienstadt. Von dort wurden beide am 28. Oktober 1944 nach Auschwitz verschleppt und vermutlich sofort nach ihrer Ankunft in einer der Gaskammern ermordet. * 30.12.1873 in Oppeln Orgler, Kurt Dr. (1)(1a)(4)(5)(11)(10)(13/R:1933-39)(13/W:1935)(16/12b)(16/11)(16/1a)(25/1)(25/3) m Jurist, Rechtsanwalt (1)(1a)(11)(16/12b)(16/11) °1873.12.30 (4)(10)(16/11)(16/1a)(25/1)(25/3) Oppeln (16/11)(16/1a); falsch: Oppela (4) # 1944-45 (nach Deportation nach Ausschwitz Ende Okt.1944); verschollen (10)(16/11); 1945.12.31 für tot erklärt (16/11)(16/1a) Auschwitz (Vernichtungslager) / Polen (11)(16/11)(16/1a)(25/1) V: Orgler, Jonas (25/1); M: Orgler, Lina geb. Best (25/1) So: Orgler, Franz (°1914.08.22 Barmen); So: Orgler, Hans Joachim Dr (°1907.07.02 Barmen); To: Orgler, Marie-Luise verh. Fulder (25/1)(°1910.11.08 Barmen); To: Orgler, Eva (°1910.11.08 Barmen) (16/11)(16/1a) W: Untere Lichtenplatzer Str. 080 (16/11)(13/W:1935)(16/12b)(16/1a); später: W: Emilstr. 003 (Judenhaus) (4) Dr. Kurt Orgler musste seine Anwaltspraxis nach den 1933 beginnenden berufl. Einschränkung u. Boykottmaßnahmen 1938.11.xx aufgeben; wurde 1942.07.22 / 20 nach Theresienstadt deportiert u. 1944.10.xx nach Auschwitz überstellt (16/11)(16/1a); Abschiedsbrief an die Kinder (16/14a) % % Theresienstadt (Ghetto) / Tschechoslowakei: 1942.07.20 (4); Nr. 657 im Transport VII/1 von Düsseldorf nach Theresienstadt 1942.07.22 (mit Ehefrau Adele)(25/3); Nr. 1079 im Transport Ev von Theresienstadt nach Auschwitz 1944.10.28 (mit Ehefrau Adele)(25/3); Auschwitz / Polen: 1944.10.xx (16/11)(11)(16/1a) Full Record Details for Orgler Kurt Quelle Gedenkblätter Nachname ORGLER Vorname KURT Vorname des Vaters JONAS Vorname des Vaters IONAS Vorname der Mutter LINA Geburtsname der Mutter BESSET Geburtsname der Mutter BEST Geschlecht männlich Geburtsdatum 30/12/1873 Familienstand verheiratet Vorname des Ehepartners ADELE Vorname des Ehepartners ADELA Ständiger Wohnsitz WUPPERTAL BARMEN,DUESSELDORF,RHEIN PROVINZ,Deutsches Reich Todesort AUSCHWITZ,Camp Nachname des Einsenders FULDER Nachname des Einsenders ORGLER Vorname des Einsenders MARIE Vorname des Einsenders LUISE Beziehung zum Opfer Sohn * Indicates an automatic Translation From Hebrew Orgler, Kurt * 30. Dezember 1873 in Oppeln wohnhaft in Wuppertal Deportation: ab Düsseldorf 21. Juli 1942, Theresienstadt, Ghetto 28. Oktober 1944, Auschwitz, Vernichtungslager

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Kurt Orgler

30.12.1873 Oppeln/Opole – 10.1944 Auschwitz

Kurt Orgler wurde als Sohn von Jonas und Lina Orgler, geb. Besset geboren. Am 8.5.1904 beteiligte er sich an der Gründungsversammlung des Heidter Bezirksvereins (heute: Heidter Bürgerverein e.V.) und dort wurde er mit seinem Freund Ernst Wahl in den ersten Vorstand gewählt. Kurt Orgler heiratete am 3.8.1906 Adele Blumenthal. Sie wohnten in der Unteren Lichtenplatzer Straße 80 in Barmen und bekamen insgesamt vier Kinder. Kurt Orgler fungierte zwischen 1931 und 1942 als letzter Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Barmen. 1933 blieb Kurt Orgler vorerst als Altanwalt beim LG Wuppertal zugelassen, nach 1938 durfte er nur noch als einer der wenigen jüdischen „Konsulenten“ arbeiten. Am 1.6.1942 musste Kurt Orgler mit seiner Ehefrau in das „Judenhaus" in der Emilstr. 3 in Wuppertal umziehen. Einen Monat später erhielt das Ehepaar die Aufforderung zur Deportation. Die Kinder schon zuvor in das Ausland emigriert, doch das Ehepaar Orgler hatte keine hierzu keine Gelegenheit mehr. Am 21.7.1942 wurden Kurt und Adele Orgler mit dem Transport VII/1 vom Düsseldorfer Güterbahnhof ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Am 28.10.1944 wurden sie weiter ins Vernichtungslager Auschwitz verschleppt und dort ermordet.

Literatur und Quellen:

Gedenkbuch für die NS-Opfer aus Wuppertal (https://www.gedenkbuch-wuppertal.de/de/person/orgler-0)
Jakobs, Hildegard u.a.: Im Getto von Litzmannstadt (Łódź). 1.003 Biografien der am 27. Oktober 1941 aus Düsseldorf Deportierten, Essen 2011 (CD-Rom)
Mauss, Susanne: „Nicht Zugelassen“, Die jüdischen Rechtsanwälte im Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf 1933-1945, Essen 2013, S. 415-418

Autor: Lee, Donghyun

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