Walter Friede

Bocholt, Germany
gestorben: 
8. Mai 1945 verschollen
Opfergruppe: 

Friede, Walter

* 21. Januar 1885 in Bocholt
wohnhaft in Dortmund

Deportation:
ab Gelsenkirchen - Dortmund
27. Januar 1942, Riga, Ghetto

Walter Friede

Stolpersteinstandort: Do-West, Ostenhellweg 41

Stolpersteine am Ostenhellweg 41

 

Das Haus Ostenhellweg befand sich lt. Adressbuch 1941 noch 1941 im Besitz der Erbengemeinschaft Philipp Friede bzw. Walter Friede Miterben.

Zur Erbengemeinschaft gehörten sehr wahrscheinlich die Kinder des Anfang der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts verstorbenen Ehepaares Philipp und Clara Friede.

 

Das Ehepaar hatte vier Kinder:

Walter Friede, * 21.1.1885 in Bocholt

Meta Nußbaum, geb. Friede, *24.3.1889 in Dortmund

Grete Naumann, geb. Friede, * 11.7.1891 in Dortmund

Anna Schickler, geb. Friede, * 7.4.1896 in Dortmund

 

Die beiden jüngeren Töchter verließen nach ihren Eheschließungen Dortmund.

Walter Friede nutzte das Haus Ostenhellweg als Geschäftshaus für sein Bettengeschäft und teilweise auch als Wohnhaus. Die letzten Jahre bis zur Deportation war Walter Friede mit seiner Frau Martha (geb. Schickler; *29.12.1895 in Wuppertal-Elberfeld) und seiner Tochter Cläre (*07.04.1924) dort auch wohnhaft. Der Sohn Ernst (*11.04.1923) hat wohl schon 1938 Dortmund verlassen und ist auf ein jüdisches Auswandererlehrgut in Groß-Breesen in der Nähe von Breslau gegangen. Danach verlieren sich seine Spuren, evtl. ist er dann nach Schweden oder Brasilien ausgewandert oder über Schweden später nach Israel.

Walter, Martha und Cläre Friede hingegen wurden Opfer des Holocaust. Sie wurden am 27.01.1942 nach Riga abtransportiert. Nur von Martha Friede ist bekannt, dass sie am 09.08.1944 in das Konzentrationslager Stutthof weitertransportiert wurde und dort am 18.12.1944 gestorben ist. Walter und Cläre Friede sind amtlich für tot erklärt worden, über ihr Todesdatum und den Ort ist nichts bekannt.

 

Noch länger und durchgehend wohnte Walther Friedes Schwester Meta Nußbaum mit ihrer Familie im Ostenhellweg 41. Das Haus war ihr familiärer Lebensmittelpunkt für mehr als 18 Jahre. Sie und ihr Mann Julius (*05.09.1886) wurden von dort am 30.4.1942 "nach Osten" abtransportiert (Deportation Zamosc, bisher keine Überlebenden bekannt.)

Die Tochter Margot (*01.08.1920) ist vermutlich 1938 über London nach Palästina ausgewandert, hat geheiratet und hieß fortan Margot Freund. Sie hat den Holocaust überlebt und ist sogar zum 50jährigen Klassentreffen noch einmal nach Dortmund gekommen.

Der Sohn Günter wohnte mit Unterbrechungen bis zum 17.1.1939 im Ostenhellweg 41 und befand sich dann wohl zur Vorbereitung einer Emigration nach Palästina in einer landwirtschaftlichen Ausbildung in der Niederlausitz. Er ist verschollen und wurde amtlich mit Wirkung 8.5.1945 vom Amtsgericht Dortmund für tot erklärt.

 

Da das Haus später als sogenanntes "Judenhaus" genutzt wurde, war es letzter Dortmunder Wohnsitz für mindestens 12 weitere Personen, die deportiert wurden und umgekommen sind: Hugo Josephs, Erna Josephs, Helga Josephs, Rosalie Wissbrun, Gustav Bendix (alle nach Zamosc deportiert), Karl und Sisie Levinger (nach Riga deportiert), Bendix Samson, Herz Samson, Ruben Samson, Daniel Wolff, Henny Wolff (alle nach Theresienstadt deportiert).

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