Interaktives Gedenkbuch

Ein Denkmal der Namen für Wuppertal - www.gedenkbuch-wuppertal.de

Gedenktafel-Enthüllung und Präsentation des interaktiven und
digitalen Gedenkbuchs für die NS-Opfer aus Wuppertal

Einladung zur Mitarbeit

Während das Schicksal der Wuppertaler Juden, der ermordeten Angehörigen der Arbeiterbewegung und des kirchlichen Widerstands weitgehend erforscht ist, gibt es über die (vergessenen) Opfergruppen wie z.B. die Roma und Sinti, die Zeugen Jehovas, die als „Asoziale", „Arbeitsscheue" oder „Berufsverbrecher" ins KZ verschleppte Gefangene, die "Euthanasie"-Opfer, Homosexuelle, Deserteure und ZwangsarbeiterInnen kaum verlässliche und öffentlich zugängliche Informationen.Das wollen wir mit dem Gedenkbuch ändern.

Unsere Einladung richtet sich zum einen an die Familienangehörigen der Wuppertaler NS-Opfer. Helfen Sie uns, den Lebensgeschichten ihrer Angehörigen eine würdige Form zugeben. Gleichzeitig bitten wir die verschiedenen engagierten Einzelpersonen, Vereine, Kirchen und Verbände, LehrerInnen und DozentInnen, StudentInnen und SchülerInnen um Mithilfe bei der Recherche und bei der Formulierung der einzelnen Biographien. Glücklicherweise haben seit vielen Jahren engagierte Bürger und Verbände den Kontakt zu den Wuppertaler NS-Opfern und ihren Familien in aller Welt gehalten. Es sind dabei über die Jahre vielfältige historische Materialien, Briefwechsel, Fotos und Filme entstanden.

Wir möchten dazu einladen, Ihr Wissen, Ihre Recherchen, Ihre Fotos und Erinnerungen an die
Wuppertaler NS-Opfer mit uns und der Öffentlichkeit zu teilen. Das Gedenkbuch wird interaktiv
sein und wartet auf Ihre Biographien,auf Dokumente, Briefe und Fotos.

Kontakt: info [at] wuppertaler-widerstand [dot] de

Bei Facebook : https://www.facebook.com/denkmal.wuppertal

 

 

News:

Broschüre “Vergessene Orte” 2. erweiterte Auflage erscheint…

Wir sind sehr erfreut, dass wir pünktlich zur Sommersaison eine erweiterte und korrigierte Broschüre vorlegen können. Diesmal haben wir uns geographisch u.a. auch den „vergessenen Orten“ an der Samba-Trasse, am Arrenberg und im Zooviertel angenommen.

Eine Trassentour auf den Spuren der NS-Zeit in Wuppertal
Die Broschüre stellen wir am Sonntag, den 5. Juni 2016 auf einer Fahrradtour vor. Treffpunkt ist 14:00 Uhr am ehemaligen Bahnhof Burgholz auf der Samba-Trasse.

Die Broschüre zum Anschauen gibt es hier: https://issuu.com/akvergesseneorte/docs/vergessene_orte_trassentour_2

Ab Sonntag werden wir die Broschüre auch in Papierform verteilen können.
Seit der 1. Auflage der Broschüre im Dezember 2014 finden sich erfreulicherweise ein paar neue Gedenktafeln und Erinnerungsorte im Stadtbild. Insbesondere die eindrucksvolle Einweihung der großen Gedenktafel am ehemaligen Durchgangslager am Giebel, die wir im letzten Jahr gemeinsam mit ehemaligen niederländischen Zwangsarbeitern aus Roermond und Helden-Panningen und der Jugendwerkstatt Alpha e.V. durchführen konnten, hat uns sehr berührt.
Auch die Einweihung des Rita und Izchok Gerszt Parks ist trotz mancher Widerstände geglückt und wir versuchen dort mittelfristig einen Erinnerungsort für jüdische WiderstandskämpferInnen zu etablieren.
Seit nunmehr 17 Jahren organisiert unser Geschichtsverein mit dem etwas umständlichen Namen Gedenkfeiern, Zeitzeugenveranstaltungen, Geschichtsprojekte und vieles mehr. Wir haben Bücher veröffentlicht, zuletzt zum Wenzelnberg- und Burgholz-Massaker und wir haben uns eingemischt, z.B. in öffentliche Geschichtsdebatten oder mit einem neu geschaffenen Denkmal der Namen im Deweerthschen Garten.
Und wir streiten weiter für eine angemessene Würdigung aller NS-Opfer (Gruppen) im öffentlichen Raum und gleichzeitig für eine Täterforschung, die nach 71 Jahren endlich für eine kritische Polizeigeschichte in Wuppertal sorgt.
Wir sind daher sehr erfreut, dass die Bethe-Stiftung, die bereits 2011 unser Wuppertaler Gedenkbuch-Projekt (gedenkbuch-wuppertal.de) und das Besuchsprogramm für NS-Opfer unterstützt hat, sich bereiterklärt hat unsere Geschichtsarbeit mit einer Spendenverdopplungsaktion zu unterstützen.
Also, jede Spende, die wir einwerben können oder im Sammeltopf landet, wird verdoppelt und hilft uns bei der Finanzierung weiterer Projekte!
Wir haben noch viel vor, z.B. die Schaffung eines Erinnerungsortes für jüdische WiderstandskämpferInnen aus Wuppertal oder die Organisation einer Gedenkreise zum 75. Jahrestag des Synagogen-Massakers in Bialystok, das u.a. Wuppertaler Polizisten zu verantworten haben. Für den November 2016 planen wir zudem eine kleine Ausstellung zu den Wuppertaler Spanienkämpfern.

Die Spendenaktion läuft insgesamt 3 Monate. Spendenquittungen fürs Finanzamt können ausgestellt werden.
Kontoinhaber: Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V.
Kontoverbindung: DE31 3305 0000 0000 9718 53 Stichwort: Befreiungsfest
BIC: WUPSDE33XXX Stadtsparkasse Wuppertal

Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V.
www.wuppertaler-widerstand.de
www.gedenkbuch-wuppertal.de


"Erinnern heißt handeln!"
15. April 2016 ab 16:30 Uhr im Zelt am Deweerthschen Garten

71. Jahrestag der Befreiung Wuppertals
Gedenkfeier und Befreiungsfest mit Angehörigen der Wuppertaler NS-Verfolgten
Konzert u.a. mit:
Esther Bejarano und Microphone Mafia
Dirk Hespers & Erik "Fotler" Schellhorn (Widerstandslieder)
Roswitha Dasch und Katharina Müther (Jiddische Lieder)

15:00 Uhr Einweihung des "Rita und Izchok Gerzst Parks" an der Josefstraße mit Angehörigen der Famile Gerzst und Musik von Roswitha Dasch und Katharina Müther

Gedenkfeier und Befreiungskonzert
im Zelt im Deweerthschen Garten

16:30 Uhr Begrüßung
Kaffeetrinken im Zelt am Deweerthschen Garten
Auftritt der Showgruppe "Kalinka" des deutsch-russischen Kulturzentrums Applaus e.V.
17:00 Uhr
Begrüßung durch Oberbürgermeister Andreas Mucke

Beiträge:
Dieter Nelles, Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal.
Klara Tuchscherer, AG Kinder des Widerstandes in der VVN-BdA
Ludmila Gutina, Applaus e.V.
Vertreter der jüdischen Kultusgemeinde (angefragt)
Dré Hanssen, Helden-Panningen NL (angefragt)
Angehörige und FreundInnen der belgischen Widerstandsgruppe De Swarte Hand (angefragt)

Gedenken

Befreiungsfest mit:
Dirk Hespers & Erik "Fotler" Schellhorn (Widerstandslieder)
Roswitha Dasch und Katharina Müther (Jiddische Lieder)
Esther Bejarano und Microphone Mafia

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In letzter Minute. Nationalsozialistische Endphaseverbrechen im Bergischen Land
Lieselotte Bhatia • Stephan Stracke

Buchvorstellungen:

Donnerstag 5. November 2015, 19:00 Uhr CityKirche Wuppertal-Elberfeld, Kirchplatz 2 In letzter Minute. Nationalsozialistische Endphaseverbrechen im Bergischen Land Buchvorstellung mit allen AutorInnen und Angehörigen der NS-Opfer

 

Samstag 7. November 2015, 15:00 Uhr Café Nordbahntrasse/Wicked Woods (Bahnhof Wichlinghausen) Buchvorstellung mit dem Schwerpunkt Burgholz-Massaker: Abschluss des Memory Mapping-Projekts „Von Wichlinghausen ins Burgholz - Vom Leben und Sterben der ZwangsarbeiterInnen in Wuppertal“ in Zusammenarbeit mit der Jugendwerkstatt Alpha e.V.

 

Anfang November 2015 erscheint der 14. Band unserer Buchreihe "Verfolgung und Widerstand". „In letzter Minute“ heißt dieser Band, der 70 Jahre nach Kriegsende über die nationalsozialistischen Endphaseverbrechen in unserer Region berichten will. Noch „In letzter Minute“ tötete ein Heckenschütze am Tag der Befreiung Wuppertals einen amerikanischen Soldaten in der Nähe des Berliner Platzes. Der Name des amerikanischen Soldaten, der so tragisch den Tod in Wuppertal fand, ist nicht bekannt. Wenig bekannt sind auch die Tötungen von deutschen Soldaten, die ebenfalls noch im letzten Moment, bevor der Frieden ausbrach, als Deserteure verhaftet und auf Erbslöh ihr Leben verloren. Im Mittelpunkt des Buches und unserer Veranstaltungen stehen die Massaker im Burgholz und am Wenzelnberg.

Burgholz

Ende Februar 1945 erschoss ein Hinrichtungskommando aus Gestapo-und Kriminalbeamten 30 sowjetische ZwangsarbeiterInnen im Burgholz. Im ersten Beitrag berichtet Lieselotte Bhatia, Jahrgang 1939, Tochter des Kriminalsekretärs Wilhelm Ober, über ihre ganz persönliche Recherche über die Hintergründe des Burgholz-Massakers. Wilhelm Ober war bei der Wuppertaler Kriminalpolizei tätig und war an den Erschießungen im Burgholz in Wuppertal beteiligt. Er wurde 1948 von einem britischen Gericht zu zehn Jahren Haft verurteilt, die er u.a. im Kriegsverbrechergefängnis Werl verbüßte.

Lieselotte Bhatia erfuhr erst nach dem Tod ihres Vaters von den NS-Verbrechen ihres Vaters. Sie fand in seinem Nachlass die Verteidigungsunterlagen des Burgholz-Prozesses. Sie stellte Fragen, auch an ihre Mutter, und begann als Kind eines NS-Täters eine ganz persönliche Spurensuche. Frau Bhatia wollte alles wissen, sie recherchierte, trat öffentlich auf und engagierte sich seither in der historisch-politischen Bildungsarbeit. Zusammen mit anderen GeschichtsaktivistInnen stritt sie für die Entschädigung aller ZwangssarbeiterInnen und beteiligte sich seit 2001 an der Organisation von Besuchsprogrammen für ehemalige ZwangsarbeiterInnen. Zusammen mit Stephan Stracke versucht sie zurzeit das Rätsel der leeren Gruben im Burgholz zu klären und hat die Dortmunder Staatsanwaltschaft aufgefordert, nach weiteren Massengräbern im Burgholz zu suchen. Noch im September recherchierte sie u.a. in the National Archives in London nach möglichen weiteren Verbrechen im Burgholz.

Wenzelnberg

Am Wenzelnberg wurden 71 Gefangene aus dem Zuchthaus Lüttringhausen, aus dem Gefängnis Wuppertal-Bendahl und aus dem Polizeigefängnis Wuppertal von Angehörigen der Gestapo, Kripo und der Schutzpolizei ermordet. Stephan Stracke rekonstruiert an Hand neuer Archivfunde und aktualisierter Fragestellungen die Ereignisse um das Massaker an der Wenzelnbergschlucht, fragt nach dem Ausbleiben der Strafverfolgung und informiert über die Lebensgeschichten der (vergessenen) Opfer und Täter.

Bei der Recherche gab es handfeste Überraschungen. So wird zum ersten Mal die Geschichte der skandalösen Strafvermeidung erzählt, keiner der Täter vom Wenzelnberg wurde jemals bestraft. Auch der Lebens- und Fluchtweg des angeblichen Haupttäters Theodor Goeke konnte erhellt werden. Darüber hinaus wird über den Zuchthausdirektor Karl Engelhardt zu diskutieren sein, der politische Gefangene vor der Tötung am Wenzelnberg schützte und gleichzeitige andere sog. „kriminelle, aber auch politische Gefangene dem Mordkommando der Wuppertaler und Solinger Polizei auslieferte. Engelhardt wurde zudem 1957 wegen der Führung „schwarzer Kassen“ und anderer Betrügereien im Zuchthaus Lüttringhausen aus dem Amt entfernt und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Zudem soll die umkämpfte Geschichte der Wenzelnberg-Gedenkfeier thematisiert werden.

Peter Fey schließlich hat ein Lebensbild seines am Wenzelnberg ermordeten Großonkels Adolf Führer beigesteuert. Sein „Verbrechen“: Er hatte in einem Interview mit einer niederländischen Zeitung über die menschenverachtenden Zustände in deutschen Konzentrationslagern berichtet. Er wurde verhaftet und vom Volksgerichtshof wegen sog. Volksverrates zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Adolf Führer habe, so das Gericht, sich der »Schädigung des Ansehens des Deutschen Volkes« schuldig gemacht.

Historisch-politische Bildungsarbeit

Darüber hinaus soll das Buch auch für die historisch-politische Bildungsarbeit nutzbar sein. Wir haben einige wichtige Dokumente zu den Massakern zusammengestellt und mit kleinen Arbeitsaufträgen versehen, die wir ausdrücklich als Diskussionsanregung verstehen. Insgesamt soll dieses Buch auch eine Anregung für Geschichtsinteressierte, GeschichtsaktivistInnen und HistorikerInnen sein, in neuen Projekten vor Ort zu graben und z.B. die Geschichte(n) der NS-Täter aus Polizei und Justiz und die Strukturen der regionalen Polizeibehörden, Gefängnisse und Zuchthäuser zu erforschen. Und wir wünschen uns, dass diese Erkenntnisse auch in eine lebendige Gedenk- und Erinnerungsarbeit einfließen werden.

Das Buch gibt´s dann auch im gutsortierten Buchhandel:

Bhatia, Lieselotte / Stracke, Stephan: In letzter Minute – Nationalsozialistische Endphaseverbrechen im Bergischen Land Bildungsmaterial zur Wuppertaler Polizei- und Widerstandsgeschichte Bd. 1.

De Noantri Verlag ISBN: 978-3-943643-03-9

320 Seiten 18,00 €
Buchbestellungen: buchbestellung [at] wuppertaler-widerstand [dot] de

 

Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V. (www.gedenkbuch-wuppertal.de) in Zusammenarbeit mit der CityKirche Wuppertal-Elberfeld

 

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung NRW, Siegfried u. Christa Wirtz Stiftung, Stadtsparkasse Langenfeld, Stadtsparkasse Remscheid, Stadtsparkasse Solingen, Stadtsparkasse Wuppertal, Stiftung Kalkwerke Oetelshofen.

Das Projekt “Memory Mapping” wird aus dem Verfügungsfonds der Sozialen Stadt Oberbarmen / Wichlinghausen, durch das Bund-Länder Programm „Soziale Stadt NRW“, mit Mitteln der Städtebauförderung durch das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW und durch das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

 

 

"Damit bin ich nicht einverstanden" – die Résistance-Kämpferin Melanie Volle-Berger im Zeitzeugengespräch"

25. Juni 2015 19:00 Uhr Citykirche Wuppertal-Elberfeld

https://www.facebook.com/events/1437008433271871/

Zu Gast aus Wuppertals Partnerstadt St. Etienne ist die österreichisch-französische Widerstandskämpferin Mélanie Volle-Berger.
Sie wurde am 8. Oktober 1921 in Wien geboren. Politisch sozialisiert in der Arbeiterbewegung beteiligte sie sich mit 15 Jahren an der illegalen Arbeit und schloss sich der antistalinistischen Organisation „Revolutionäre Kommunisten“ (RK) an. Im März 1938 emigrierte sie nach Belgien und später nach Frankreich, wo sie die Widerstandsarbeit für die RK fortsetzte. Im Januar 1942 wird sie verhaftet und am 16. September vom Militärtribunal Toulouse wegen "kommunistischer und anarchistischer Aktivität" zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Danach wird sie in das Frauengefängnis "Baumettes" in Marseille überstellt. Im Gefängnis erkrankt sie an Gelbsucht und muss in ein Krankenhaus verlegt werden. Dort kann sie in einer spektakulären Aktion von einem Kommando der RK befreit werden, dass sich als Nazifunktionäre verkleidet hatte.
Die Befreite setzt ihr Engagement in der Résistance nun mit falschen Papieren und unter wechselnden Namen fort. Mélanie Volle-Berger lebt heute, 93 jährig, von Österreich und Frankreich als Widerstandskämpferin hochgeehrt, in St. Etienne und widmet sich der Erinnerungsarbeit.

VeranstalterInnen:

Freundeskreis Wuppertal - St. Etienne

Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V.

Regionalbüro Arbeit und Leben DGB/VHS Berg-Mark

Jusos Wuppertal

NaturFreunde Wuppertal

in Zusammenarbeit mit der Citykirche Wuppertal-Elberfeld

Mit Unterstützung der EVZ

 

17. April 2015 Befreiungsfest - 70. Jahrestag der Befreiung Wuppertals vom Nationalsozialismus

Am 16/17. April 1945 befreiten Soldaten der US-Army Wuppertal von der Nazi-Herrschaft. Seit 2005 erinnern wir in Wuppertal an diesen Befreiungstag mit großen und kleinen Gedenkfeiern, Stadtrundgängen und Buchlesungen. Zum 70. Jahrestag der Befreiung möchten wir zusammen mit den Überlebenden und den Angehörigen der NS-Opfer  im Deweerthschen Garten eine würdige Gedenkfeier und ein lebendiges  Befreiungsfest feiern.  Ein wichtiger Teil der Gedenkfeier wird die Aufstellung einer ergänzten und korrigierten Gedenktafel mit den Namen von jetzt  3.436 Wuppertaler NS-Opfern sein.          
Wir erwarten - soweit es die Gesundheit noch zulässt - ehemalige ZwangsarbeiterInnen aus Roermond, Helden-Panningen und Kiew, Angehörige der Wuppertaler Sinti-Familien, ehemalige WiderstandskämpferInnen und NS-Verfolgte aus dem In- und Ausland, Veteranen der Roten Armee und natürlich die Angehörigen der NS-Opfer .   
Darüber hinaus werden wir im Beisein von ehemaligen Zwangsarbeitern ein Erinnerungszeichen an die über Hundert gestorbenen ZwangsarbeiterInnen im Durchgangslager Giebel einweihen. Das Lager “Am Giebel“ war eines von 50 landesweiten Durchgangslagern, über die ZwangsarbeiterInnen in verschiedene Bezirke verteilt wurden. Mehr als 125.000 Menschen wurden allein über das Lager Giebel zur Zwangsarbeit in die Region weiterverteilt.
 
ab 17:00 Uhr Befreiungsfest im Zelt im Deweerthschen Garten
Gedenkfeier vor dem Denkmal der NS-Opfer
 
Begrüßung
 
Doğan Akhanli, Schriftsteller (Köln) zum Thema: Geteilte Erinnerung
 
 
Grußwort von Uli Klan, Armin T. Wegner Gesellschaft
 
Musik: Uli Klan
 
Grußworte von alevitischen und kurdischen VertreterInnen
 
Musik: Gypsy Trio Koblenz ft. Wattie Rosenberg
 
Grußworte von Angehörigen und Verbänden der NS-Opfer
 
Eingeladen sind:
 
- Vertreter der jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal
- Angehörige der Wuppertaler Sinti-Familie Paßquali
- Delegation aus Roermond (NL)
- Delegation aus Helden-Panningen (NL)
- Delegation des Mémorial de la Résistance et de la Déportation aus Saint-Etienne (F)
- David Wihl,Gary Wihl  Familie Barmé-Wihl (USA)
- Jacques Altman, Resistancekämpfer u. Auschwitz-Überlebender (Paris)
- Delegation der Zwangsarbeiterkinder aus Kiew
- Kinder des Widerstandes bzw. VVN-BdA
- Vertreter der Veteranen der Roten Armee
 
 



Einweihung der erweiterten Gedenktafel 
 
Musikprogramm:

Gypsy Trio Koblenz ft. Wattie Rosenberg
 
Börsen Beat Band
 

Mehmet Akbas

 
 
 

Einladung zur Gedenkreise nach Scheveningen / NL 8.März 2015

8. März 2015 15:00 Uhr Gedenkveranstaltung für den jüdischen Wuppertaler Widerstandskämpfer Richard Barmé und für die anderen Opfer der Massenerschiessung in der Waalsdorpervlakte.

Wir haben uns mit den Angehörigen von Richard Barmé, die extra aus den USA anreisen und mit der Familie des Widerstandskämpfers JacobWillem Adriaan Stuyver
zusammengetan, um eine kleine private Gedenkfeier an der Erschiessungsstelle durchzuführen.


Die Hintergründe:

Die Waalsdorpervlakte ist eine Senke im Dünengebiet des Naturschutzgebietes Meijendel nördlich von Den Haag. Die Waalsdorpervlakte gilt als eine der wichtigsten Gedächtnisstätten des Zweiten Weltkriegs in den Niederlanden. Während des Zweiten Weltkriegs und der Besatzung durch die Wehrmacht diente die Waalsdorpervlakte den Deutschen als Hinrichtungsstätte von niederländischen Widerstandskämpfern. Über 250 Widerständler – die genaue Zahl ist unbekannt –, die im nahegelegenen Gefängnis Oranjehotel einsaßen, wurden hier exekutiert; die erste Hinrichtung war am 3. März 1941. Manche Hinrichtungen wurden als Vergeltungsmaßnahme vollstreckt; andere Opfer gehörten zu Widerstandsgruppen wie De Geuzen, der Communistischen Partij van Nederland (CPN), dem Ordedienst und der Oranjegarde oder waren Mitarbeiter der Untergrund-Zeitungen Trouw und Vrij Nederland.
Allein am 8. März 1945 wurden hier 38 willkürlich ausgewählte Gefangene aus dem Gefängnis Oranjehotel als Vergeltungsmaßnahme nach einem Attentat auf den Höheren SS- und Polizeiführer (HSSPF) Hanns Rauter ermordet. Die Leichen der Hingerichteten wurden auch in den Dünen verscharrt; nach Kriegsende wurden die sterblichen Überreste geborgen, aber bis heute sind noch nicht alle Toten gefunden.

Richard Barmé

Richard Barmé

Unter den Opfern vom 8. März 1945  war auch Richard Barmé. Richard Barmé, Jahrgang 1924, stammt aus einer jüdischen Familie aus Wuppertal-Küllenhahn. Die Familie flüchtete 1937 in die Niederlande. Nachdem die Deutsche Wehrmacht am 10. Mai 1940 auch die Niederlande überfiel, gerieten die Barmés in große Gefahr.

Rita Barmé engagierte sich im Widerstand  und hilft jüdischen Underduikern. Bei dem Versuch eine jüdische Familie in die Schweiz zu bringen, wurde sie im Zug in der Nähe von Roosendaal verhaftet und am 10. Dezember 1942 nach Westerbork gebracht.  Von dort aus wurde sie nur wenige Tage später in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Richard Barmé beschließt im Juli 1942, gerade 18 Jahre alt, sich den niederländischen Streitkräften in England anzuschließen. Er verlässt die Niederlande und gelangt in die Schweiz, wo er zeitweise von den Schweizer Behörden interniert wird, aber auch ein niederländischen Internat besucht. Im Oktober 1943 geht die Reise weiter, mit zwei Freunden schlägt er sich quer durch Europa nach Gibraltar durch, wo er dann eine Schiffspassage nach England erhält.      

Am 16. März 1944 erreicht er endlich England. Er meldet sich bei beim Bureau Bijzondere Opdrachten und absolviert eine Ausbildung zum Fallschirmspringer und Funker. In der Nacht von 1. auf den 2. November 1944 springt er mit einem Sonderauftrag über Holland ab, Er schliesst sich einer Kampfgruppe (KP) in Rotterdam an, und beginnt seine geheime Sendetätigkeit. Am 2. Februar 1945 wird sein Sender aber in Rotterdam-Hillegersberg durch die deutsche Abwehr angepeilt und Barmé verhaftet.

Er wird im Gefängnis Oranjehotel in Scheveningen festgehalten und ausführlich verhört. Für einen Prozess fehlt den Deutschen die Zeit, Richard Barmé wird am 8. März 1945 aus dem Gefängnis geholt und mit 37 anderen Widerstandskämpfern als Geisel in der Waalsdorpervlakte erschossen.

Nach der Befreiung der Niederlande wird Richard Barmé von der niederländischen und britischen Regierung für seinen Widerstandskampf hoch dekoriert.

Seine sterblichen Überreste liegen nunmehr auf dem Ehrenfriedhof in Loenen.


 

“Vergessene Orte” – Spendenaufruf für eine neue Auflage.

24.01.2015 11:56

Pünktlich zur Eröffnung der Nordbahntrasse im Dezember legte der Wuppertaler “Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal” eine neue Geschichtsbroschüre vor.

In der reichbebilderten, kostenlos verteilten Schrift wird eine Trassentour auf den Spuren der NS-Zeit in Wuppertal dokumentiert. Themen sind u.a. das Zwangsarbeiter-Durchgangslager des Wuppertaler Arbeitsamtes am Giebel, die Zwangsarbeiter-Kinderbaracke der Firma Kolb & Co., die Hintergründe des Burgholz-Massakers und das Sammellager für Wuppertaler Sinti und Roma am Klingholzberg, sowie die Untertageproduktion im Schee-Tunnel.
“Jetzt ist die 1. Auflage der Broschüre fast vergriffen”, freut sich Dieter Nelles, Vorsitzender des Geschichtsverein und ruft im Rahmen der bis zum 8. Februar 2015 laufenden Spendenverdopplungsaktion der Bethe-Stiftung zu Spenden für eine neue Auflage der Broschüre auf.
Noch gibt es einige Exemplare, u.a. im Mirker Bahnhof, im Tacheles am Loher Bahnhof und im Kulturbahnhof Vohwinkel.
Kostenlos herunterladen kann man die Broschüre unter: http://rebellisches-wuppertal.de/files/vergessene_orte_trassentour.pdf

Spenden werden bis zum 8. Februar 2015 von der Bethe-Stiftung verdoppelt!
Kontoinhaber: Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V.
Kontoverbindung: DE31330500000000971853 Stichwort: Erinnerungsarbeit
BIC: WUPSDE33XXX Stadtsparkasse Wuppertal

 

“Erinnerung heißt handeln!” (Esther Bejarano)

70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz – Holocaust-Gedenktag in Wuppertal 2015 – Gedenktag für alle Opfer des Nationalsozialismus.

Begegnung mit der Partisanin Fania Branzowskaja (Vilnius, Litauen)

27.1.2015 19:30 Uhr Citykirche Wuppertal-Elberfeld

Das nächste Projekt des Geschichtsvereins startet am 27.1.2015 zum Wuppertaler Holocaust-Gedenktag. Dann kommt auf Einladung des Vereins die ehemalige Partisanin Fania Branzowskaja aus Litauen nach Wuppertal.

Musikalische Umrahmung mit Roswitha Dasch und Katharina Müther – Die Moderation übernehmen Roswitha Dasch und WIR-gegen das Vergessen

Fania Branzowskaja ist eine der letzten noch lebenden Zeug_innen der Shoah in Litauen. Sie war 19 Jahre alt und wollte Lehrerin werden, als die Wehrmacht am 22. Juni 1941 in ihre Heimatstadt Vilnius einfiel, das auf Jiddisch Wilne heißt und bis dahin als „Jerusalem des Nordens“ galt.
Sie wurde Zeugin von Pogromen, der Errichtung der beiden Ghettos und fortlaufenden „Aktionen“, in deren Folge die Deutschen zehntausende jüdische Männer, Frauen und Kinder im nahen Paneriai (jiddisch: Ponar) durch litauische Kollaborateure erschießen ließen.
Unter dem Eindruck der Verbrechen schloss sich Fania Branzowskaja1942 der jüdischen Widerstandsgruppe Fareinikte Partisaner Organisatzije (F.P.O) an. Sie agitierte für diese, „organisierte“ Lebensmittel und half, Waffen ins Ghetto zu schmuggeln, nachdem die FPO-Führung entschieden hatte, einen Aufstand vorzubereiten. Als Mobilisierungsparole wurde „Liza ruft!“ vereinbart, eine Reminiszenz an Liza Magun, eine Meldegängerin der FPO, die die Deutschen erschossen hatten.
Als die Deutschen am 23. September 1943 begannen, auch das sog. große Ghetto zu liquidieren, ließ die Leitung der F.P.O den Aufstandsplan fallen, um kein Blutbad auszulösen, und wies ihre Mitglieder an, sich zu den Partisan_innen durchzuschlagen, die in den großen Waldgebieten östlich und südlich von Vilnius operierten. Fania Branzowskaja entkam in letzter Minute zusammen mit ihrer Kameradin Doba Develtof. Ihre Eltern und ihre kleine Schwester musste sie zurücklassen – diese wurden von den Deutschen verschleppt und später ermordet.
Bei den Partisan_innen erlernte Fania Branzowskaja den Umgang mit Schusswaffen und Sprengstoff und führte verschiedene Sabotagemissionen aus. Im Juli 1944 beteiligte sie sich mit ihrer Einheit an der Befreiung von Vilnius durch die Rote Armee.
Fania Branzowskaja, geborene Jocheles, war die einzige ihrer Familie, die die Shoah überlebt hatte. Sie heiratete Mikhail Branzowski, an dessen Seite sie gekämpft hatte, und engagierte sich beim Wiederaufbau Litauens unter sowjetischer Führung. Nach dem Tod ihres Mannes 1985 und dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde ihr das Gedenken an die Shoah und den Widerstand gegen die deutschen Besatzer zur Lebensaufgabe.
Heute ist Fania Branzowskaja 92 Jahre alt und lebt in einer kleinen Hochhauswohnung. Sie hat zwei Töchter, von denen eine nach Israel ausgewandert ist. Dreimal in der Woche betreut sie die Bibliothek des Jiddischen Instituts der Universität in Vilnius. Drei weitere Tage engagiert sie sich im Zentrum der Jüdischen Gemeinde.

Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V.
In Kooperation mit dem Verein „Mizwa – Zeit zu handeln“ und der Citykirche Wuppertal-Elberfeld.

Gefördert von: Stiftung EVZ, Barmenia Versicherungen, KNIPEX, Stadtsparkasse Wuppertal und WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH

 

 
Happy Birthday Nordbahntrasse!!!
 
Die Trassentour-Broschüre zu den "Vergessenen Orten" ist fertig.
 
 
Die Broschüre in Papier gibts zur Nordbahntrassseneröffnung am Freitag mittag.
 
Es ist endlich soweit. Wir feiern die lang ersehnte Eröffnung der Nordbahntrasse.
Die ausgebaute Trasse wird uns neue Perspektiven auf Wuppertal eröffnen – auch für die Geschichtsarbeit.
2015 begehen wir den 70. Jahrestag der Befreiung Wuppertals von der Naziherrschaft und wollen auch diesmal der NS-Opfer würdig gedenken. Mit dem neuen Geschichtsprojekt „Vergessene Orte“ möchten wir gleichzeitig unbekannte und vernachlässigte Orte der NS-Geschichte markieren und lokale Geschichten der Verfolgung und des Widerstands erzählen.
 
Zur Eröffnung präsentieren wir erstmals eine auf die Nordbahntrasse
bezogene Fahrradtour auf den Spuren der NS-Zeit in Wuppertal. Die
(kostenlose) Verteilung der Broschüre und ihre Verbreitung im Internet
sollen Startschuss für ein innovatives Geschichtsprojekt sein.

 

Gedenkfeier zum Burgholz-Massaker: http://www.cronenberger-woche.de/nachricht/2014/03/19/burgholz-massaker-...

Stolpersteinverlegung: http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2014_0129_Wu...

 

27.1.2014 Vohwinkel: Rundgang gegen Antisemitismus


Rund 100 Personen haben sich am Montagabend (27. Januar 2014) an einem Rundgang der „Antifaschistischen Initiative Wuppertal“ beteiligt. Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus' setzten sie dabei „ein deutliches und friedliches Zeichen gegen Antisemitismus und Fremdenhass“, so die Polizei. Die Initiative hatte im Vorfeld kritisiert, dass ein Wuppertaler Neonazi in Vohwinkel Räume unter dem Vorwand angemietet hat, dort eine „Reinigungsfirma“ zu betreiben. In Wirklichkeit sei es ein neuer Treffpunkt der rechten Szene. (Wuppertaler Rundschau)

 

Stolperstein für Karl Paul Paetzel:

http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2012_1114_Wu...

Stolperstein für Paul Wülfrath

http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2013_1213_WZ...

Stolperstein für Ernst und Berta Wahl:

http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2013_0717_Wu...

Neue Stolpersteine:

http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2013_Elberfe...

http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2012_Elberfe...

http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2012_NordWes...

http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2012_Elberfe...

 

Erster Stolperstein für homosexuelles  NS-Opfer:

http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/stadtteile/elberfeld-mitte-w...

Gedenkveranstaltung 20. Juli 2011

http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/nazi-herrschaft-erinnerung-a...

Wuppertals Spanienkämpfer:

http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/von-wuppertalern-die-auszoge...
http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/von-wuppertalern-die-auszoge...

Rede von OB Jung

http://vimeo.com/26760838

Enthüllung der Gedenktafel

http://vimeo.com/26763262

http://www.facebook.com/media/​set/?set=a.248559251839561.751​34.100000564657239&l=fae43a9bd​f&type=1



http://youtube.com/watch?v=slO​tyNeaTII

http://www.neues-deutschland.de/artikel/199881.den-namen-zurueckgeben.html

http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/stadtteile/barmen/wuppertal-...

http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/stadtteile/elberfeld-mitte-w...

Gedenkbuch Wuppertal

Gedenkbuch Wuppertal

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Kommentare

In Memoriam Celine van der Hoek – de Vries (1920-2011)

Mit großer Trauer teilen wir Ihnen als Vorstand der AFVN / BVA mit, dass uns die Nachricht vom Tod unserer antifaschistischen Kameradin Celine van der Hoek-de Vries erreichte. Sie starb am Freitag, dem 30. September 2011. Celine ertrug in ihrem respektablem Alter ihre Krankheit und nahm ihre Rolle als Antifaschistin bis zur letzten Minute wahr. Wir sind sehr traurig, dass sie plötzlich aus unserer Mitte gerissen wurde.
Unser Mitgefühl gilt der Familie, Freunden und Kameraden, und wir wünschen ihnen alle Kraft.
geboren: 13. Februar 1920 – gestorben: 30. September 2011

Als Celine im Jahr 1944 in Auschwitz ankam, war sie 24 Jahre alt. Das Ende des Zuges von Westerbork nach Auschwitz war auch das Ende einer Ära, des sogenannten normalen Lebens. Für viele bedeutete es das Ende ihres Lebens. Wie konnten sie in dieser Hölle gelangen? Kurz vor der Besetzung im Mai 1940 wussten wir aus den Geschichten von jüdischen Emigranten, welches Drama in Deutschland stattfand. Aber man glaubte nicht, dass so etwas den Juden in den Niederlanden widerfahren würde. Ihre Mutter war eine vielbeschäftigte Frau mit drei großen Niederlassungen für Elektrogeräte. Celine erhielt eine gute Ausbildung in der Oberschule.
Die Maßnahmen gegen die Juden begannen schleichend. Die einzige Arbeit, die sie finden konnte, war als Kindermädchen in einer jüdischen Familie. Im Juni 1942 wurde sie von einem Polizisten in der Nähe ihres Hauses angehalten, der sie zurückschickte. Sie sah gerade nur, dass ihre Mutter und ihr Bruder auf ein deutsches Auto geladen wurden. Sie wurden ermordet. Celine war im Versteck, wurde zweimal verhaftet und in die Hollandsche Schouwburg gebracht. Sie kam wieder heraus. Beim dritten Mal wurde sie nach Westerbork deportiert, nach ein paar Monaten nach Auschwitz. Drei schreckliche Tage in Viehwaggons, kein Essen oder Trinken; Menschen starben. Den Häftlingen in Auschwitz wurde auf ihren Arm eine Reihe tätowiert, um sie all ihrer Identität zu berauben. Celine war die Nummer A - 25.236. Die Stärksten arbeiteten, die anderen wurden vergast. Trotz aller Schrecken, die sie miterleben musste, hatte sie Glück, denn sie wurde dreimal als "Starke" selektiert – und hat überlebt. Sie hatte Glück. Dann wurde sie beauftragt, in einer Munitionsfabrik in der Tschechoslowakei zu arbeiten.
"In Duitsland leren ze meer van de oorlog dan bij ons." "In Deutschland lernen sie mehr vom Krieg als bei uns."
Wir erinnern uns, wie sie über die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee der Sowjetunion gesprochen hat. Ihr Gewicht war zu diesem Zeitpunkt nur noch 24 kg. Todkrank wurde sie mit einem Militärflugzeug zum Flugplatz Eelde gebracht. Sie sollte sich erholen. In Amsterdam war sie nicht wirklich willkommen. Die Filialen und alle Besitztümer ihrer Mutter waren "übernommen". Sie konnte nicht beweisen, dass sie ihr gehörten. Sie war drei Monate mit den Zahlungen im Rückstand, und sie war sich selbst überlassen, ohne Familie, weil niemand anderes aus der Familie zurückgekehrt war .
Sie lernte ihren Ehemann kennen und fand wieder in das Leben zurück. Als Gesangslehrerin und Chorleiterin begann Celine ein neues Leben. Hierüber sagt sie:
„Ich bin froh - ich kann für die Kinder-Gedenkstätte arbeiten. Der Besuch in Schulen hält mich jung. Ich verlor meinen Hass auf Deutsche. Oftmals kommen deutsche Gruppen zu den Kinder-Gedenkstätten. Ich mag mit ihnen sprechen, sie sind interessiert und beeindruckt von meiner Geschichte. Deutsche Schulen schenken dieser Geschichte mehr Aufmerksamkeit als die Niederländischen. Anti-Deutsch bin ich nicht länger, aber Antifaschistin bleibe ich mein ganzes Leben, denn es passieren noch immer schreckliche Dinge.“
Als Präsidentin des Internationalen Romberg Park Komitee in Dortmund und Mitglied des Ehrenpräsidiums der FIR wurde sie regelmäßig eingeladen, bei Sitzungen in Deutschland zu sprechen. Im Jahr 2006 wurde Celine als Präsidentin der AFVN / Bund der Anti-Faschisten gewählt. Wo immer möglich, besuchte sie Gedenkfeiern - wie für die Widerstandskämpferin Hannie Schaft und die Dockworker Streik gegen die Deportationen. Celine hat mit ihrem Einsatz versucht, jüngeren Generationen zu erklären, was Faschismus ist und was die Gefahren sind, indem sie ihre eigene Geschichte erzählte. In Schulen und Institutionen berichtete sie darüber.
Sie versuchte, die junge Menschen und ihre Bewegung im Kampf für eine andere Gesellschaft in der Zukunft zu begeistern. Celine war sehr von der Situation in den Niederlanden und in der Welt bewegt und beschäftigte sich mit dem täglichen Kampf gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Krieg. Klar und deutlich erklärte sie die Verbindung des Kampfes der Arbeiter und des Kampfes gegen den Faschismus.
Als Mit-Vertreterin der Kinder-Gedenkstätte in Amsterdam verfasste sie einen Appell an alle, um sicherzustellen, dass sich die Ermordung der jüdischen Kinder niemals wiederholen darf und dass auch die jetzt lebenden Kinder, überall in der Welt, gleichgültig welcher Rasse, unabhängig welchen Glaubens oder Politik niemals mehr Opfer werden dürfen. Als Präsidentin der AFVN Bund der Antifaschisten unterstützte sie die Verwaltung mit Rat und Tat telefonisch oder direkt und sie wusste besser als alle anderen, Mut zu machen, um in dem antifaschistischen Kampf fortzufahren.
Auch Celine hat uns - die jetzt in Freiheit leben - mit ihren vielen Geschichten über die dunkle faschistische Zeit inspiriert, wachsam zu bleiben, und sie hat der jungen Generation die Fackel des Antifaschismus überreicht. In dem Auftrag, die Fackel des Antifaschismus am Brennen zu halten, gedenken wir Celine, und wir werden weiterhin arbeiten - im Sinne des Schwurs von Buchenwald:
„Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren ermordeten Kameraden und ihren Angehörigen schuldig“
3. Oktober 2011

Erster Stolperstein für homosexuelles Opfer

Von Patrizia Labus WZ 10.11.2011

Am Mittwoch wurde an der Klotzbahn 12 ein Stolperstein für Alfred Kremer verlegt. Er starb 1941 im KZ Dachau.
Gedenken

Der Stolperstein für Alfred Kremer, der als Homosexueller Opfer der Nazidiktatur wurde. Daneben ein Foto aus der Vorkriegszeit von dem Wohnhaus an der Klotzbahn 12, in dem Kremer zuletzt gelebt und gearbeitet hat.

Elberfeld. Es klingt beinahe mahnend, das Geräusch von Hammer und Meißel, als das Loch in den Boden geschlagen wird. Mahnen und erinnern soll aber vor allem der Stolperstein, der seit Mittwoch seinen Platz vor dem Gebäude an der Klotzbahn 12 hat. Darauf zu lesen ist der Name Alfred Julius Richard Kremer.

Das Schicksal Homosexueller in der NS-Zeit soll nicht vergessen werden

„Es ist der erste Stolperstein in Wuppertal für einen Homosexuellen als Opfer des Nationalsozialismus“, sagt Jürgen Wenke. Der Bochumer ist Mitarbeiter bei der Schwulen- und Lesbenberatung Rosa Strippe, die die Patenschaft für den Stolperstein übernommen hat. Die Initiative und die Recherche für die Verlegung in Wuppertal kamen von Wenke. In seiner Heimatstadt Bochum liegen bereits vier Steine für homosexuelle Opfer. „Ich halte es für sehr wichtig, auch diesen Menschen und ihrem Schicksal zu gedenken. Ich bin selbst homosexuell und möchte nicht, dass diese Opfer in Vergessenheit geraten“, erklärt er seine Beweggründe. Bei der Verlegung des Steines erzählt der Initiator von Kremers Leben, das was er in eineinhalb Jahren Recherche darüber herausfinden konnte: „Leider habe ich keine Fotos von Alfred Kremer, aber ich hoffe, dass dieser Stolperstein die Erinnerung an ihn wach hält.“

Alfred Kremer galt im Nazi-Jargon als „Berufsverbrecher“

Gerade einmal 40 Jahre alt ist Alfred Kremer geworden. Am 3. Februar 1900 ist er als Sohn von Julius und Clara Kremer in Elberfeld geboren. Sein Vater verstarb früh, seine Mutter heiratete ein zweites Mal, den Elektrotechniker Bernhard Peters. Kremer übernahm den Beruf des Stiefvaters und führte in den 1930er Jahren ein Elektroinstallationsgeschäft an der Klotzbahn 12. In dem Haus lebte und arbeitete Kremer bis er am 11. August 1938 von der Polizei in Untersuchungshaft genommen wurde. Ab da begann sein Martyrium. 1938 wurde er als Homosexueller verurteilt, galt im Sprachjargon der Nationalsozialisten als „Berufsverbrecher nach § 175“. 1940 wurde er ins KZ Sachsenhausen deportiert, von da aus kam er ins KZ Dachau, wo er am 20. Januar 1941 starb. In seiner Todesurkunde steht „Versagen von Herz und Kreislauf“. „Das suggeriert einen natürlichen Tod, ist aber Ergebnis eines langen Leidensweges“, erklärt Wenke.

Weitere Opfer
Weitere Verlegung

Jürgen Wenke würde gerne auch für die sieben weiteren Wuppertaler homosexuellen Opfer einen Stolperstein verlegen – der Verein Stolpersteine in Wuppertal unterstützt dies.

Unbekannt verzogen” – Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der

Die Begegnungsstätte Alte Synagoge erinnert in diesem Herbst mit Vorträgen und einer Namenslesung an die ersten Deportationen von Juden aus Wuppertal vor genau 70 Jahren

Vor genau 70 Jahren, im Oktober und November 1941, wurden die ersten Juden aus dem damaligen Gestapoleitstellenbereich Düsseldorf in Ghettos im besetzten Osteuropa deportiert. Unter ihnen befanden sich auch 450 Männer, Frauen und Kinder aus Wuppertal und seinen Nachbarstädten. Im Landtag von NRW wird aus diesem Anlass ist am 2. November eine umfangreiche Ausstellung eröffnet worden, die u.a. von den Schicksalen dieser Menschen erzählt. Die Begegnungsstätte Alte Synagoge hat an der Vorbereitung dieser Ausstellung mitgewirkt. In Wuppertal erinnert sie mit Vorträgen und Lesungen an dieses monströse Verbrechen, das in der Praxis arbeitsteilig und als bürokratischer Prozess organisiert und abgewickelt worden ist.

Nur zwei Wochen nach dem ersten Transport in das Ghetto “Litzmannstadt” (Lodz) verließ am 9. November 1941 ein zweiter Deportationszug den Bahnhof Wuppertal-Steinbeck. Sein Ziel: Minsk in Weißrussland. Zu den 266 jüdischen Männern, Frauen und Kindern gehörten auch die 17jährigen Zwillinge Hans und Werner Jacob aus Elberfeld. Mit ihren Eltern waren sie zuvor aus ihrer Wohnung in der Schlieperstraße herausgedrängt und in das so genannte “Judenhaus” in der Von-der-Tann-Straße zwangseingewiesen worden. Vor ihrer Deportation musste die Familie wie die anderen Deportierten ihre zurückgelassene Habe Stück für Stück auf einer “Vermögenserklärung” aufführen und diese mit dem Wohnungsschlüssel den Wuppertaler Gestapobeamten aushändigen. Im städtischen Melderegister trug man die Deportierten mit dem Vermerk “Unbekannt verzogen” ein. Da ihnen beim Verlassen des Reichsgebiets “per Gesetz” die Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, verfiel ihr zurückgelassenes Hab und Gut dem NS-Staat.

Unmittelbar vor dem Eintreffen der Deportationszüge in dem nur zwei Quadratkilometer großen Ghetto in Minsk ermordete die SS bei einer “Aktion” etwa 12.000 Juden, um Platz für die neu ins Ghetto kommenden Menschen zu schaffen. Von den insgesamt ca. 7000 im Herbst 1941 nach Minsk verschleppten Juden haben nur fünf überlebt. Aus Wuppertal war keiner darunter.

Die Begegnungsstätte Alte Synagoge erinnert am Mittwoch, den 9. November, 19.30 Uhr, mit einer Gedenkveranstaltung an die Opfer dieser zweiten Deportation aus Wuppertal. Auf dem Programm stehen ein Einführungsvortrag von Dr. Ulrike Schrader, der Leiterin der Begegnungsstätte, und eine Lesung der Namen aller Deportierten.

Veranstaltungsort:
Begegnungsstätte Alte Synagoge, Genügsamkeitstraße, W-Elberfeld
T. 563-2843
www.ns-gedenkstaetten.de/nrw/wuppertal

Europas Résistance gegen die Nazis: Neue Video-Plattform

Begleitend zur Ausstrahlung der Dokumentationsreihe, stellt ARTE eine
Video-Plattform mit umfangreichen Hintergrundinformationen und
Bonusmaterial zur Serie zur Verfügung.

51 Zeitzeugenberichte, mit deutschen und französischen Untertiteln,
laden ein, noch mehr über den Widerstand gegen die Naziherrschaft im
Zweiten Weltkrieg zu erfahren. In ihrer Muttersprache erzählen
Widerstandskämpfer, mit welchen Aktionen sie gegen die Besatzung und die
Barbarei der Nationalsozialisten rebellierten, welche Ideale sie hatten,
welche Ängste und Hoffnungen.

>> DIE VIDEO-PLATTFORM:
http://schattenkampf.arte.tv/

Zwischen 1939 und 1945 erhoben sich in ganz Europa Frauen und Männer
gegen das verbrecherische NS-Regime, dessen Soldaten zahlreiche
europäische Länder besetzt hielten. Von Paris bis Warschau, von Athen
bis Kopenhagen, in Berlin, London und Moskau setzten sie ihr Leben aufs
Spiel, um die Nazis zu stürzen. Die sechsteilige Dokumentarfilmreihe
erzählt ihre Geschichte. Die Aufnahmen, die in 14 Ländern Europas
entstanden, behandeln die Geschichte des Widerstands somit erstmals in
ihrer europäischen Dimension. Wertvolle Aussagen der letzten lebenden
Zeitzeugen kommentieren das Geschehen, und bisher unveröffentlichte
Bilder aus Privatarchiven und detailgetreue Reenactments
veranschaulichen es. Die Reihe führt vor Augen, dass die große
kollektive Geschichte des Widerstandskampfes aus einer Vielzahl von
Einzelschicksalen besteht.

Morgen Teil 5/6 ab 20:15 auf ARTE.

In ganz Europa - von Paris bis Warschau, von Athen bis Kopenhagen, in
Berlin, London und Moskau - bildeten sich zwischen 1939 und 1945
Widerstandsgruppen gegen die brutale Gewalt und Barbarei des NS-Regimes.
Auch wenn sie nur eine Minderheit waren, bekämpften sie den
Nationalsozialismus mit allem, was ihnen zur Verfügung stand, und
setzten ihr Leben aufs Spiel. In der Dokumentarfilmreihe erzählen die
Kämpfer im Schatten aus ganz Europa von ihrem außergewöhnlichen mutigen
Engagement. Obwohl die Nazis mit brutalen Racheakten und Massakern an
der Zivilbevölkerung auf die Aktivitäten der verschiedenen europäischen
Widerstandsgruppen reagieren, geben diese in der Hoffnung auf eine
baldige Landung alliierter Truppen in Europa nicht auf.

(5): 1943/1944 - Der Widerstand in stürmischen Zeiten
In ganz Europa verbreitet die Gestapo Angst und Terror. Sie infiltriert
Widerstandsgruppen und verhaftet massenweise Mitglieder und Verdächtige.
Die Taten der Widerstandskämpfer rächen die Nazis mit unerbittlicher
Brutalität. So sind Massenexekutionen an der Zivilbevölkerung keine
Seltenheit und kommen in fast allen besetzten Ländern vor. Doch die sich
in den Jahren 1943 und 1944 verdichtende Aussicht auf die Landung der
Alliierten in Europa gibt den Widerstandsbewegungen auf dem gesamten
Kontinent Hoffnung und Auftrieb.

(6): 1944/1945 - Illusion und Desillusion des Widerstands

Artikel zu Wuppertals Spanienkämpfer

ttp://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/von-wuppertalern-die-auszogen-um-den-faschismus-zu-stoppen-1.727136
http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/von-wuppertalern-die-auszoge...

Den Namen zurückgeben

Neues Deutschland
16.06.2011 / Inland / Seite 13
Den Namen zurückgeben
Verein stellt Gedenkbuch mit 3100 von Nazis umgebrachten Wuppertalern ins Internet
Von Rainer Funke
Ein digitales Gedenkbuch mit den Namen von mehr als 3100 Wuppertaler Nazi-Opfern ist seit einiger Zeit im Internet einsehbar. Die Liste ist nicht vollständig, und die Todesdaten und vor allem die Todesursachen sind oft von den Mördern und ihren Bürokraten gefälscht worden. Jetzt hoffen die Initiatoren des Gedenkbuches auf weitere Hinweise zur Vervollständigung ihrer Arbeit.

Nach langwierigen Aktenstudien und geduldigen Befragungen von Zeitzeugen hat der Verein zur Erforschung sozialer Bewegungen Wuppertals ein Gedenkbuch für die in der Stadt beheimateten Opfer aus der Nazizeit ins Internet gestellt. Darin sind Namen von reichlich 3100 Bürgern aufgelistet, die von Nazis ermordet wurden beziehungsweise in Lagern, Gefängnissen, sogenannten Heil- und Pflegeanstalten oder bei der Zwangsarbeit den Tod fanden.

»Wir möchten den NS-Opfern ihre Namen, ihre Gesichter, ihre Lebensgeschichten und ein wenig ihre Würde zurückgeben«, sagt Vize-Vorsitzender Stephan Stracke dem ND. Der 1999 gegründete Verein, zu dem acht Wissenschaftler sowie weitere Mitglieder und Förderer gehören, erforscht vor allem den Widerstand und die Verfolgung in Wuppertal während der NS-Zeit. »Die Ergebnisse haben wir in einer bisher elfbändigen Buchreihe vorgelegt«, so Stracke.

Das Gedenkbuch – in Deutsch, Englisch und Russisch niedergeschrieben – beansprucht keineswegs, vollständig zu sein. Die Autoren stießen vielfach auf Unstimmigkeiten. Manche Lebensabschnitte ließen sich überhaupt nicht aufhellen. Was vor allem damit zusammenhängt, dass sich die Täter und deren Handlanger in der damaligen Staatsbürokratie bemühten, Spuren zu verwischen, zu verfälschen, zu tilgen, unkenntlich zu machen. Das betrifft oftmals konkrete Hinweise darauf, wer wann und vor allem warum zu Tode kam.
Auch alliierte Soldaten

Manchmal wurden nicht einmal die Namen derer bekannt, die in Wäldern hingerichtet oder nach dem Tod in den Gaskammern in KZ-Öfen verbrannt wurden. Manche NS-Opfer gelten bis in unsere Tage als verschollen, heißt es im Gedenkbuch. Was und wer ein Wuppertaler im Sinne der Dokumentation ist, wird weit gefasst: Leute, die hier geboren wurden oder gestorben sind, solche, die von örtlichen Militärgerichten zum Tode verurteilt und anderswo hingerichtet wurden, alliierte Soldaten, die in Kämpfen um die Stadt ums Leben kamen. Auch Ehren-Wuppertaler sind vermerkt – Niederländer, die sich 1935/1936 mit Arbeitern solidarisierten, die in den Wuppertaler Gewerkschaftsprozessen verurteilt worden waren. Nach der Besetzung der Niederlande 1940 kamen viele dieser Aktivisten in Vernichtungslagern der Nazis um.

Die Schicksale der jüdischen Bürger und der Widerstandskämpfer konnten größtenteils ergründet werden. Viel zu wenig sei aber über die 1000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen bekannt, die in der Stadt von der Gestapo erhängt, erschossen oder in »Arbeitserziehungslagern« und KZ zu Tode geschunden wurden, meint Stephan Stracke. »Die Mehrheit von ihnen starb beim ›Arbeitseinsatz‹ in Wuppertal, bei Bombenangriffen und Betriebsunfällen, sie starben an Tuberkulose, Ruhr, Lungenentzündung und Unterernährung.«

Zeugen Jehovas, Sinti und Roma konnten benannt werden, dazu Opfer der Militärjustiz, einstige politische Häftlinge, die in Strafeinheiten den Tod fanden, erläutert Stracke, darüber hinaus jene, die als Spanienkämpfer oder Partisanen Widerstand geleistet hatten. Einbezogen wurden Bürger, die als »Asoziale«, »Arbeitsscheue«, Homosexuelle, »Rasseschänder«, »Berufsverbrecher«, »Plünderer« oder »Volksschädlinge« festgenommen und in KZ eingeliefert wurden.
Mitwirkung erbeten

Das Gedenkbuch strebt Authentizität an. Deswegen wurden Angehörige der Opfer und andere nach dem Wiki-Prinzip gebeten, mit Fotos, Dokumenten und Erinnerungen beizusteuern, um sie mit »dem Verein, der Wissenschaft und der Öffentlichkeit zu teilen«, so Stracke. Nach dem Aufruf, der nunmehr zwei Monate alt ist, kamen inzwischen einige Hinweise auf bislang kaum bekannte Details. Auch neue Opfernamen wurden genannt, die man jetzt gegenrecherchiert.

Informationen im Internet unter:

www.gedenkbuch-wuppertal.de;[1] www.wuppertaler-widerstand.de;[2] www.gewerkschaftsprozesse.de[3]
Links:

http://www.gedenkbuch-wuppertal.de;
http://www.wuppertaler-widerstand.de;
http://www.gewerkschaftsprozesse.de

URL: http://www.neues-deutschland.de/artikel/199881.den-namen-zurueckgeben.html

hallo wir haben uns erstmal

hallo

wir haben uns erstmal entschieden keine speziellen Auflistungen von Homosexuellen und "asozialen " NS-Opfern zu machen. Über die Suchfunktion und mit geeigeneten Suchbegriffen kann man diese besonders diskriminierten NS-Opfer aber leicht finden.

Im Oktober /November soll es in Wupertal den ersten Stolperstein für einen ermordeten Wupertaler Homosexuellen geben. Vielleicht können wir in diesem Rahmen diskutieren.

Schöne Seite und Anmerkung

Gratulation zur eröffneten Seite und zur gelungenen Arbeit.
Ich denke es war sehr viel Mühe, Freude und Engagement dieses Projekt zum Leben zu erwecken.
Ich würde mich freuen wenn auf der Opferseite weitere Gruppen hinzukommen würden, wie die der Homosexuellen und die der sogenannt Assozialen.
Danke für die Fülle der Informationen und ihre einfache Zugänglichkeit.
Mit Grüßen
Susanne Kuntz

Jacques Altmann in einer Wuppertaler Schule

http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/stadtteile/elberfeld-mitte-w...

KZ-Erinnerungen lassen Schüler weinen

Von Daniela Ullrich

Ein Gespräch mit dem Überlebenden Jacques Altmann geht Schülern der Else-Lasker-Schüler-Gesamtschule sichtlich nahe.

Elberfeld. Im Musikraum der Else Lasker-Schüler-Gesamtschule herrscht Stille. Soeben hat der KZ-Überlebende Jacques Altmann mehr als 60 Schülern von seiner Zeit in Birkenau berichtet. Im Unterricht hatten die Schüler die Zeit des Nationalsozialismus schon mehrfach thematisiert. Von vielen Gräueltaten der Nazis wussten sie bereits. „Durch den Zeitzeugen wird das aber wie ein Film. Es ging mir sehr unter die Haut“, sagt Ibrahim (18).

Besonders als der 90-jährige Altmann erzählt, wie er seine Großeltern mit einem der Transporte ankommen sah, und sie direkt in die Gaskammern geschickt wurden, können viele Jugendliche ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Ein Mädchen ist sogar zu aufgewühlt, um dem gebürtigen Elberfelder eine Frage zu stellen. Mitten im Satz bricht sie ab – und lässt ihren Tränen freien Lauf. Danach erzählt die Schülerin, dass sie sich vorgestellt habe, wie sie ihren Großeltern dabei zusehen müsste, in den Tod geschickt zu werden.

Zeitzeuge Jacques Altmann im Gespräch mit Schülern.

Es sind auch die kleinen Details, die den Bericht von Jacques Altmann für die Schüler so realistisch werden lassen. Auch bei denjenigen, die sich anfangs unbeeindruckt zeigten, sind schockiert, als Altmann erzählt, wie seine Mithäftlinge während des Todesmarsches nach Buchenwald so wenig Brot hatten, dass sie Würmer und Mäuse aßen, um zu überleben.

Viele der Schüler sind Kinder von Einwanderern. Ein schlechtes Bild von den Deutschen haben sie aufgrund von Altmanns Schilderungen nicht. „Unser Lehrer hat uns erzählt, dass seine Großeltern auch ’mitgemacht’ haben“, sagt die 15-jährige Razi, die das Zeitzeugen-Gespräch moderierte. Dass Ingo Lämmerhirt mit der Vergangenheit seiner Familie hadert, wissen seine Schüler. Sie verurteilen aber die, die noch heute Menschen in Rassen einteilen. „Jeder Mensch ist einzigartig“, sagt Ibrahim. „Wir sollten mehr auf die Gemeinsamkeiten achten, statt auf die Unterschiede.“

Schülerfragen

Ob er Albträume habe, fragte Asli (10. Klasse). Ja, antwortete Altmann. 15 Jahre habe er nur mit Hilfe von Medikamenten schlafen können. Seine Frau habe er im Schlaf einmal versucht umzubringen, weil er geträumt hatte, ein Mitgefangener wolle sein Brot stehlen. Vanessa (12. Klasse) wollte wissen, ob Altmann einen Konflikt mit Gott hat. „Nein. Was hättest du gedacht?“, fragte er zurück. „Ich habe keine Antwort“, sagte die Schülerin.

Zeugen Jehovas

zur weithin vergessenen Geschichte der Zeugen Jehovas der Aufastz von Christian Leek

http://www.standhaft.org/aktuell/foerst.html

CHRISTIAN LEECK:
DIE VERFOLGUNG DER ZEUGEN JEHOVAS IM RAUM WUPPERTAL 1933–1945
(veröffentlicht in: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, "Romerike Berge", Heft 3/00 (15.9.2000), Solingen 2000.)

Eine bislang im Wuppertal "vergessene" Opfergruppe der nationalsozialistischen Terror-Herrschaft stellt die seit dem Jahre 1894 im Tal aktive Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas dar. Zwar wurde in den letzten beiden Jahren vereinzelt in der Presse auf ihr Verfolgtenschicksal in der Zeit 1933 bis 1945 hingewiesen (1), doch lässt sich die Tatsache, dass die Rolle der Zeugen Jehovas als Verfolgte und Widerständler im Wuppertal noch nicht angemessen gewürdigt worden ist, exemplarisch an der jüngst stattgefundenen Einweihung der Gedenktafel am Polizeipräsidium Wuppertal erkennen. Obwohl die Zeugen Jehovas, die sich in den 30er Jahren in der Regel noch "Ernste Bibelforscher" nannten, genauso wie die Sozialdemokraten, die Kommunisten und Gewerkschaftler sowie die Mitglieder der bekennenden Kirche aktiven Widerstand gegen das totalitäre Regime leisteten und aus diesem Grund unter den Maßnahmen der örtlichen Gestapo zu leiden hatten, wurden sie in der Auflistung der Opfergruppen sowohl in der Presse als auch auf der Gedenktafel namentlich nicht erwähnt.(2)

Es ist sehr verwunderlich, dass in einer traditionell multireligiösen und für ihre "Sektenfreundlichkeit" bekannte Stadt noch 55 Jahre nach Beendigung des NS-Unrechtes eine Veröffentlichung zu diesem Thema auf sich warten lässt.(3) Stellen die Zeugen Jehovas doch neben den Juden die am weitaus stärksten und unerbittlichsten von den Nazis verfolgte Religionsgemeinschaft dar. Hanns Lilje, der langjährige Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, befand 1947, dass "keine christliche Gemeinschaft [...] sich mit der Zahl ihrer Blutzeugen auch nur von ferne messen"(4) könne. Der kanadische Historiker Michael H. Kater stellte bereits 1969 als einer der ersten Historiker, die sich mit der Glaubensbewegung im Nationalsozialismus befassten, in seinem faktenreichen Aufsatz über die "Ernsten Bibelforscher im Dritten Reich" fest: "Es ist auffallend, dass sonst keine religiöse Sekte unter dem Nationalsozialismus so gelitten hat wie die der Ernsten Bibelforscher."(5)

Dem aktuellen Forschungsstand nach wurden von den etwa 25.000 sich zu Beginn des "Dritten Reiches" in Deutschland zu der Bibelforscherlehre bekennenden Personen 10.000 für eine unterschiedlich lange Dauer inhaftiert, etwa 2.500 von ihnen nach verbüßter Strafhaft in Konzentrationslager verschleppt. Die Zahl der ermordeten und wegen der unmenschlichen Haftbedingungen verstorbenen Zeugen Jehovas liegt bei etwa 1.200. Dies entspricht gemessen an der Gläubigenzahl von 1933 einem Prozentsatz von 5%.

Auch im Wuppertal und in den anderen Orten des Bergischen Landes wurden die Zeugen Jehovas von der Gestapo, der örtlichen Partei und SS verfolgt. Sie wurden Opfer von Geschäftsboykotten, Dienstenthebungsverfahren, Schulentlassungen, SA-Razzien, Bespitzelungen, Verhören und Foltern. Einige Wuppertaler Zeugen Jehovas wurden im Gestapo-Gefängnis oder im Konzentrationslager zu Tode gequält. Von den 1933 etwa 120 Gläubigen im Wuppertal wurden 60 bis 70 Opfer von Gewaltmaßnahmen der Gestapo, die seit dem Jahre 1936 ein Sonderkommando zur Bekämpfung der Glaubensgemeinschaft einsetzte.

Die Lebensgeschichte der Eheleute Först

Es sei an dieser Stelle stellvertretend für die verfolgten Wuppertaler das Ehepaar Gustav und Anna Först erwähnt. Der 1890 geborene Bandwirker Först war vor 1933 gewerkschaftlich organisiert, verweigerte jedoch nach 1933 den Beitritt in die Deutsche Arbeitsfront, die der NSDAP untergeordnet war. Weil er sich nicht in das politische Geschehen einmischen ließ, übte die örtliche NSDAP einen immensen Druck auf seinen Arbeitgeber – der Wuppertaler Wäschezeichen-Weberei Max Petig in der Schnurstraße 35a – aus, so dass er am 4. April 1935 nach 24jährigem Arbeitsverhältnis dort entlassen wurde und arbeitslos blieb. Es ist davon auszugehen, dass er in der Zeit nach der Entlassung "vom Arbeitsamt nicht vermittelt worden ist und dass auch seine direkten Bemühungen bei den Arbeitgebern in dieser Zeit ohne Erfolg waren."(6)

Unmittelbar nach dem vom Preußischen Innenminister erlassenen Verbot der "Internationalen Bibelforscher-Vereinigung" im Juni 1933 begannen die Eheleute Först, sich an den illegalen Aktivitäten der Glaubensgemeinschaft zu beteiligen. Sie nahmen an den regelmäßig stattfindenden Bibelstunden in den Wohnungen anderer Bibelforscher teil, veranstalteten aber auch in ihrer eigenen Wohnung in der Ziegelstraße 29 kleine, unauffällige Treffen mit Glaubensgenossen. Gustav Först fungierte nicht nur als ein sogenannter "Zellenleiter", sondern zeitweise auch als Leiter der gesamten Barmer Untergrund-Organisation, so etwa im Frühjahr 1936, als der damalige Leiter Hermann Schünke inhaftiert wurde. Gustav Först besorgte die Verteilung der nach Wuppertal geschmuggelten Literatur unter die Mitgläubigen und ging mit seiner Frau führend in der Missionstätigeit, die ebenso streng verboten war, voran.

Gegen die Christenverfolgung protestiert

Obwohl am 10. Oktober 1936 dutzende Bibelforscher aus Elberfeld in einer Überraschungsaktion der Gestapo verhaftet worden waren, entschloss sich Gustav Först im Dezember jenes Jahres, sich an einer reichsweiten Protestaktion gegen das NS-Regime zu beteiligen. Es sollten an einem bestimmten Tag nach Einbruch der Dunkelheit große Mengen von Flugblättern betitelt "Resolution" unter die Bevölkerung verteilt werden. In dieser Resolution protestierten die Zeugen Jehovas unmissverständlich gegen die Christenverfolgung der Nationalsozialisten. Es hieß dort unter anderem:

"Wir rufen alle gutgesinnten Menschen auf, davon Kenntnis zu nehmen, dass Jehovas Zeugen in Deutschland, Österreich und anderswo grausam verfolgt, mit Gefängnis bestraft und auf teuflische Weise mißhandelt und manche von ihnen getötet werden. Alle diese verruchten Taten werden gegen sie von einer grausamen, heimtückischen und bösen Macht verübt"(7). Der Hitlerregierung wurde in diesem Flugblatt das baldige göttliche Strafgericht angedroht.

Först, der schon seit längerer Zeit von der Gestapo verdächtigt wurde, illegale Dienste für die Wuppertaler Bibelforschervereinigung zu verrichten und am 2. Dezember zwecks Vernehmung vorgeladen worden war, beteiligte sich ungeachtet dessen am späten Sonntagabend, dem 12. Dezember 1936 an der Verteilung dieser Flugblätter, welche er nach Einbruch der Dunkelheit in einigen Straßen Barmens in Haustürkästen und unter Haustüren steckte.

Für die Gestapo muss die Flugblattaktion sehr überraschend gewesen sein, glaubte sie doch, bereits "im Oktober und November 1936 [...] in Wuppertal und Umgegend die noch bestehende Organisation der ‚Bibelforscher‘ aufgerollt"(8) zu haben. Gustav Först, der nach intensiven Hausdurchsuchungen und wiederholten Verhören am 29. Dezember verhaftet wurde, verweigerte vor den Wuppertaler Gestapo-Beamten Schüttler und Döring jede Aussage, durch die andere Bibelforscher hätten belastet werden können. Am 4. Januar 1937, nachdem Först durch Anwendung brutalster Methoden zu einem Geständnis gezwungen worden war, schrieb Kriminalsekretär Döring von der Gestapo Wuppertal nach Düsseldorf:

"Wie aus umseitiger Vernehmung zu ersehen ist, hat Först sich nach längerem Verhandeln zu einem Geständnis bequemt. Gerade bei den Bibelforschern überrascht es nicht, dass sie, wie in diesem Falle, mit der Wahrheit so lange als möglich zurück halten."(9)

Über Gustav Först wurde – so berichtet Döring seinen Düsseldorfer Kollegen – unmittelbar nach seiner Verhaftung auf Anordnung des Geheimen Staatspolizeiamtes in Berlin "Schutzhaft auf unbestimmte Zeit verhängt".

Nach über fünf Monaten Untersuchungshaft in Elberfeld und Düsseldorf wurde Gustav Först am 12.6.1937 gemeinsam mit anderen sieben Aktivisten vom Sondergericht Düsseldorf verurteilt – sein Urteil lautete ein Jahr Gefängnis. Die "nach kommunistischem Vorbild vorgenommene Verteilung von Haus zu Haus"(10) stellte laut Staatsanwaltschaft ein Vergehen gegen das Heimtückegesetz aus dem Jahre 1934 dar. Denn die Resolution enthielt – so das Sondergerichtsurteil vom 22. Juni 1937 – "unwahre oder gröblich entstellte Behauptungen tatsächlicher Art [...], die geeignet sind, das Wohl des Reiches schwer zu schädigen."(11)

Während Gustav Först das ganze Jahr 1937 in Strafhaft verbrachte, fanden in Barmen noch mehrere Verhaftungen statt. Neun Tage vor dem Ende seiner Strafhaft, am 20. Dezember 1937, wurde auch seine Ehefrau festgenommen. Weil sie "im Wesentlichen mit der Wahrheit [zurückhielt] und zu ihren Aussagen noch Gegenüberstellungen erfolgen [mussten], wurde sie vorläufig festgenommen und dem Polizeigefängnis zugeführt"(12), so Kriminaloberassistent Pentinghaus. Nachdem sie schließlich mit den erpressten Aussagen anderer Bibelforscher konfrontiert und von den "zynischen"(13) Beamten in eine verzwickte Lage gebracht worden war, gestand sie, mit ihrem Mann wiederholt biblische Zusammenkünfte abgehalten zu haben, bei denen die besagten Personen teilnahmen. Am 18.2.1938 wurde sie in Düsseldorf zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, welche sie bis zum 19.3.1938 absaß.

Deportation nach Buchenwald

Nach der Verbüßung der Strafhaft im Gefängnis Düsseldorf-Derendorf wurde Gustav Först am 29.12.1937 nicht entlassen, sondern der "Staatspolizei in Wuppertal zur Verfügung gestellt".(14) Für die Gestapo war die vom Sondergericht anerkannte Strafe von einem Jahr zu gering. Zwecks "Urteilskorrektur" hielt die Gestapo ihn bis zum 13. März 1938 noch im Gestapo-Gefängnis in der Von-der-Heydt-Gasse fest. An jenem Tag wurde er in das Konzentrationslager Buchenwald überwiesen, wo er unter der Nummer 2780 bis zum 1.10.1943 registriert war. Im Konzentrationslager waren die Zeugen Jehovas unterschiedlichsten Misshandlungen ausgesetzt. Först schreibt in dem "Antragsformular für ehemalige Insassen von Konzentrationslagern"(15) folgendes:

"Als Bibelforscher kam ich aufgrund meiner Glaubensüberzeugung in die Strafkompanie und musste vier Monate lang unter Entzug jeglicher Verpflegung jeden Sonntag, während die anderen Häftlinge Freizeit hatten, in der Zeit von 14 – 20 Uhr am Tor stehen. Bei Vernehmungen der politischen Abteilung wurden mir, weil ich von meiner religiösen Überzeugung nicht ließ, meine Zähne lädiert und mein Rücken und Gesäß mit Schlägen und Fußtritten traktiert. Bis Januar 1939 wurde mir jeglicher Briefverkehr mit meinen Angehörigen gesperrt. Ab Januar 39 konnte ich meine Angehörigen benachrichtigen, jedoch wurde mir auch später die Erleichterung, den sonst üblichen Briefverkehr zu pflegen, genommen, weil ich von meiner Überzeugung als Bibelforscher nicht abging. Ich durfte daher nur einen Brief monatlich mit 25 Worten schreiben, einen Brief aus der Heimat monatlich empfangen, der einer besonders strengen Briefzensur unterlag, so dass oftmals nur das leere Kuvert oder Briefanrede und Gruß ausgehändigt wurden. Durch schwere Arbeit in der Strafkompanie, in die ich als Angehöriger der Bibelforschervereinigung zwangsläufig hineinkam, welche [von] besondere[n] SS Posten durch Kolbenschläge und Stossen mit dem Gewehr in die Kniekehlen gesteigert werden sollte, habe ich mir einen doppelten Leistenbruch zugezogen."

In mehreren Konzentrationslagern kamen die neu eingelieferten Zeugen Jehovas, die einen lila Winkel auf ihrem Häftlingsanzug tragen mussten, sofort in die berüchtigte "Strafkompanie", welche die schwersten und schmutzigsten Arbeiten verrichten musste, die auf 10 bis 12 Stunden täglich und auf den Sonntag ausgedehnt wurden. In Buchenwald wurde Gustav Först mit seinen Glaubensgenossen in speziellen Baracken hinter Stacheldraht vom übrigen Lager isoliert. Im März 1938 erteilte die Lagerleitung den Bibelforschern außerdem ein neunmonatiges Briefverbot. Anschließend durften sämtliche Bibelforscher monatlich 25 Wörter schreiben, die einer besonders strengen Zensur unterstanden. Gustav Först konnte also seinen Familienangehörigen nicht einmal ein Lebenszeichen von sich geben. Erst ein Jahr nachdem er aus seiner Strafhaft hätte entlassen werden müssen, konnte er seine Frau, die inzwischen wieder in Freiheit war und jeden nur möglichen Versuch gestartet hatte, über den Verbleib ihres Mannes zu erfahren, benachrichtigen.

Die vollständige Isolierung, der verlängerte und besonders harte Arbeitseinsatz sowie das vollständige bzw. eingeschränkte Schreibverbot waren neben der alltäglichen Gewaltanwendung im Konzentrationslager beliebte Mittel der SS, um die Standhaftigkeit der Zeugen Jehovas zu brechen. Ein weiteres Mittel war das Angebot, jeden Bibelforscher sofort in die Freiheit zu lassen, der bereit war, seinen Glauben durch die Unterzeichnung eines sogenannten "Revers" abzuschwören und den Krieg durch den Eintritt in die Wehrmacht aktiv zu unterstützen. Die meisten inhaftierten Zeugen Jehovas blieben jedoch bekenntnistreu. Bis zum Kriegsende stellten die Bibelforscher in Buchenwald das größte Kontingent in der Strafkompanie.

Gustav Först blieb trotz dieser Haftbedingungen seinem Glauben treu. Auf jedem Brief, den er ab 1939 schreiben durfte, wurde von der Lagerkommandatur folgendes vermerkt:

"Der Schutzhäftling ist nach wie vor hartnäckiger Bibelforscher und weigert sich, von der Irrlehre der Bibelforscher abzulassen. Aus diesem Grunde ist ihm lediglich die Erleichterung, den sonst zulässigen Briefverkehr zu pflegen, genommen worden."(16)

Der Vermerk trägt die Unterschrift des SS-Standartenführers Koch, der die Bibelforscher besonders feindselig behandeln ließ.

Försts Brief vom 6. August 1939, den er im Block 44 des Lagers mit Bleistift auf einem kleinen Stück Papier verfasste, lautet wie folgt:

"Meine liebe Anna!

Deine lieben Zeilen vom 6.7. sowie die Freimarken und das Geld vom 15.7. habe ich erhalten. Dier mein Lieb recht herzlichen Dank. Bin noch gesund und munter, was ich auch von Dir liebe Anna hoffe. Grüße bitte meine lieben alle besonders die Zwillinge und nimm die herzlichsten Grüße von deinem Gustav."(17)

Gesund im physischen Sinne war Gustav Först zu diesem Zeitpunkt auf keinen Fall, im Jahre 1938 hatte er "eine Krümmung der Wirbelsäule, doppelten Leistenbruch und verschiedene andere Schäden"(18) erlitten. Mit seinem Ausspruch "Bin noch gesund und munter, was ich auch von Dir liebe Anna hoffe" meinte er sicherlich seine lautere Glaubensüberzeugung, die er und seine Frau zu bewahren entschlossen waren.

Am 4. Oktober 1943, nach fünfeinhalbjähriger Haft im Konzentrationslager Buchenwald wurde Gustav Först in das Männerlager Ravensbrück verlegt. Dort erhielt er die Häftlingsnummer 5616. Auch in Ravensbrück war ihm nur ein eingeschränkter Breifverkehr erlaubt. In seinen Briefen versicherte er seiner Frau stets, dass er "gesund" geblienen war. Im Frühjahr 1945 kam Först mit einem Sonderkommando unter der gleichen Häftlingsnummer zu einem Arbeitskommando in Sassnitz, einer Hafenstadt an der Ostküste der Insel Rügen. Dort wurde er am 31. März als Handwerker dem "Forschungsinstitut der Reichs-Arbeits-Gemeinschaft für Verwertung der Meeresalgen für Volksgesundheit und gegen Mangelkrankheiten" zugeteilt. Dort hat er – so der Leiter des Instituts, Professor Schmitz – "alle die ihm übertragenen Arbeiten gewissenhaft und pünktlich ausgeführt und war stets fleißig. Anlass zu Klagen hat er nie gegeben."(19)

Mit der Besetzung von Sassnitz auf Rügen am 3. Mai 1945 stand Gustav Först nach achteinhalbjähriger Gefängnis- und Konzentrationslagerhaft endlich wieder in Freiheit! Der Leiter der Reichs-Arbeits-Gemeinschaft bescheinigte ihm an diesem Tag in einem heute noch erhaltenen Schreiben die Entlassung aus der Schutzhaft.

Gustav Först blieb zunächst noch in Sassnitz gemeldet. Bis zum 15. Mai kam er in einer Wohnung in der Luisenallee unter, anschließend wohnte er in der Bergstraße 7.

Am 20. Juni unternahm Gustav Först den Versuch, zu Fuß "über die Besetzungszone nach dem Westen zu kommen"(20) , was jedoch scheiterte, "weil der Russe niemand durchließ". Er konnte am 24. Juni die Insel zwar verlassen, musste sich aber noch bis zum Herbst in Eickelberg/Mecklenburg aufhalten und als Landarbeiter im russischen Ernteeinsatz arbeiten. Für seine Arbeit erhielt er Verpflegung und ein einmaliges Reisegeld von 50 Reichsmark. Am 15.9.1945 durfte er sich schließlich auf den weiten Heimweg machen, "teils zu Fuß, teils per Bahn nach Berlin, von dort mit dem englischen Transport über die Grenze, kam [er] dann am 7.10.1945 nach fast 9 Jahren wieder zur Familie in die Heimat nach Wuppertal Barmen."(21)

Ein schwieriger Wiederanfang

Alles Hab und Gut, was Gustav und Anna Först im Jahr 1936 noch besaßen, war nun weg. Bei seiner Einlieferung ins Konzentrationslager musste Först sämtliche Kleidungsstücke und weitere Gegenstände abgeben, die er nie mehr zu Augen bekam. In den neun Jahren seiner Haft sind ihm laut einer von ihm gemachten Auflistung ein Anzug, ein Wintermantel, ein Hut, zwei Unterhemden, zwei Oberhemden, zwei Paar Strümpfe, zwei Unterhosen, ein Paar Straßenschuhe, ein Paar Lederhausschuhe, ein Paar Handschuhe, eine Krawatte, ein Wollschal, zwei Taschentücher, ein Pullover, ein Trauring, ein Taschenmesser und eine Taschenuhr abhanden gekommen. Die in der Effektenkammer des Konzentrationslagers abgegebenen und auf einer Karte des Häftlings verzeichneten Kleider wurden mit Sicherheit für andere Zwecke wie die Versorgung der Soldaten an der Front mit Kleidung verwendet. Der Häftling erhielt lediglich seine Häftlingskleidung.

Auch Frau Först wurde nach ihrer Freilassung im Jahr 1938 von den Behörden schrittweise in die völlige Armut getrieben. Aufgrund ihrer angeblichen Staatsfeindlichkeit durfte sie weder in einem Arbeitsverhältnis stehen, noch hatte sie Anrecht auf die Wohlfahrts- oder Arbeitslosenunterstützung.

Hinzu kam noch, dass Gustav Först infolge der in der Inhaftierung erlittenen Gesundheitsschäden arbeitsunfähig wurde(22). Im Jahr 1938 erkrankte er in Buchenwald zunächst an Ruhr und Wassersucht. Im Jahr 1944 hatte er in Ravensbrück nochmals eine Durchfallserkrankung mit Darmkrämpfen, was ihm eine sechswöchige, unzureichende Lazarettbehandlung verursachte. "Durch das Tragen von schweren Lasten im KZ" erlitt er 1938 einen doppelten Leistenbruch und eine Wirbelsäulenverkrümmung. Bis zu seinem Lebensende klagte Först aufgrund dieser Verletzungen "über Schmerzen in der Lenden- und unteren Brustwirbelsäule", die "bis zum Nacken [und] Hinterhaupt aus[strahlten]."

Nicht nur die harte Arbeit, sondern auch die in der Strafkompanie des KZ-Lagers alltäglichen Misshandlungen verursachten Gustav Först größere Beschwerden. 1938 erhielt er beispielsweise einen besonders harten Kolbenschlag auf die linke Schulter, welcher ihm eine Revierbehandlung und eine nur "vorrübergehende Schonung" verursachte. Im Jahre 1940 wurden ihm ferner "durch einen Faustschlag mehrere rechtsseitige Backenzähne abgebrochen", so dass er nach dem Krieg eine komplette Ober- und Unterkieferprothese mit Haltezähnen bekam.

Aufgrund sämtlicher Körperschäden und eines Nervenleidens wurde "die Erwerbsminderung im Zusammenhang mit der Verfolgung [...] auf 50%" geschätzt.

Zur "Wiedergutmachung" der haftbedingten Schäden an Körper und Gesundheit bekam Först eine Unfallrente gewährt. Außerdem erhielt er laut Beschluss der Wiedergutmachungsbehörde vom 17.10.1949 eine Entschädigungssumme von 15.150 DM für die 100 Monate und 4 Tage Haft.

Als 1945 das Werk der Zeugen Jehovas in Deutschland wieder erlaubt wurde, beteiligten sich die Eheleute Först wieder an allen Aktivitäten ihrer Gemeinschaft. Sie gingen gemeinsam mit den wenigen Zeugen Jehovas, die noch in Wuppertal lebten, in dem sogenannten Verkündigungswerk voran, so dass die Wuppertaler Gemeinde bald wieder Zuwachs verzeichnen und die Größenordnung der 20er Jahre erreichen konnte. Einzelne Zeugen Jehovas erinnern sich heute noch an die besonders rege Missionstätigkeit Gustav Försts in der Nachkriegszeit.

Am 8.9.1966 verstarb Gustav Först im Alter von 76 Jahren in Wuppertal. Neun Jahre später, im Mai 1975 starb seine Ehefrau. Beide sind im Kommunalfriedhof in Ronsdorf begraben. Nachfahren, die uns heute ihre Geschichte erzählen könnten, hinterließen sie nicht. Ihr Schicksal kann aber in den ausführlichen Akten des Sondergerichtes, der Geheimen Staatspolizei sowie der Stadt Wuppertal nachgelesen werden.

Die Eheleute Först hinterließen uns ein wertvolles Vermächtnis. Das Beispiel solcher Menschen, die trotz der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten nicht bereit waren, ihre eigene christliche Identität aufzugeben und den Hitler-Staat zu unterstützen, sollten wir – ob Zeugen Jehovas oder nicht – in Zukunft auch in unserer lokalen Erinnerungs- und Mahnungsarbeit angemessen würdigen.

Quellen:

Nordrheinwestfälisches Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Außenstelle Schloss Kalkum, Ger. Rep. 114/1045,1046: Akten des Sondergerichtes Düsseldorf in der Strafsache gegen Hammesfahr und andere.

Nordrheinwestfälisches Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, Außenstelle Schloss Kalkum, Ger. Rep. 114/1193:

Akten des Sondergerichtes Düsseldorf in der Strafsache gegen die Ehefrau W. Eichholz und andere.

Nordrheinwestfälisches Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, RW 58 [Aktennummer unbekannt, da vom Autor noch nicht eingesehen]: Personalakten der Geheimen Staatspolzei, Staatspolizeistelle Düsseldorf.

Stadtarchiv Wuppertal, Wiedergutmachungsakte Gustav Först (Nr. 11283)

Stadtarchiv Wuppertal, Wiedergutmachungsakte Anna Först (Nr. 11282)

Sabine Stein, Archiv der Gedenkstätte Buchenwald, Schreiben mit Anlagen vom 14.7.1998 an den Autor

Günther Heilmayer, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Schreiben mit Anlagen vom 19.11.1998 an den Autor.

Bernhard Strebel, Schreiben vom 16.12.1998 an den Autor.

Vgl.: Westdeutsche Zeitung, Ausgabe Wuppertal, 5.2.1998; Wuppertaler Rundschau, 27.10.1999. Es handelt sich hierbei um die einzigen Erwähnungen in der Lokalpresse.
Vgl.: Westdeutsche Zeitung, Ausgabe Wuppertal, 1.9.1999 und 2.9.1999.
Erste Forschungsansätze und –ergebnisse präsentiert der Autor in dem nichtveröffentlichten Manuskript "Selbstbehauptung und Protest aus dem Glauben – Jehovas Zeugen in Wuppertal und Umgebung während der Nazi-Verfolgung". Dieser Beitrag zum "Schülerwettbewerb Deutsche Geschichte um den Preis des Bundespräsidenten", Ausschreibung 1998/99, wurde mit einem fünften Preis prämiert. Er ist archiviert in: Archiv der Körber-Stiftung, Hamburg, Ausschreibung 1998/99, Beitrag 990626.
Lilje, Hanns: Im finstern Tal. Nürnberg 1947, S. 59. Vgl. zur Geschichte der Zeugen Jehovas im Dritten Reich das inzwischen in der vierten Auflage erschienene Standartwerk von Detlef Garbe: "Zwischen Widerstand und Martyrium. Die Zeugen Jehovas im ‚Dritten Reich‘", München 1999.
Kater, Michael: Die Ernsten Bibelforscher im Dritten Reich, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 2. Heft/April 1969, Stuttgart 1969, S. 183.
Stadtarchiv Wuppertal (StdA W), Wiedergutmachungsakte Gustav Först (Nr. 11283), Der Regierungspräsident in Düsseldorf, Bescheid vom 21.1.1956.
Vgl.: Archiv Christian Leeck, NS/Qu 21.
Der Oberstaatsanwalt als Leiter der Anklagebehörde bei dem Sondergericht Düsseldorf, 18 Js 237/37, Anklageschrift vom 12.2.1937; Eine Kopie der Anklageschrift ist archiviert in: StdA Wuppertal, Wiedergutmachungsakte Oskar Thiel (Nr. 77312).
Hauptstaatsarchiv (HStA) Düsseldorf, Ger. Rep. 114/1045, Kriminalsekretär Döring, Schreiben vom 4.11.1937.
HStA Düsseldorf, Ger. Rep. 114/1045, Schlussbericht der Gestapo-Stelle Düsseldorf in der Strafsache gegen Erich Hammesfahr und Andere, 8.1.1937.
HStA Düsseldorf, Ger. Rep. 114/1046, Urteil vom 22.6.1937.
HStA Düsseldorf, Ger. Rep. 114/1193, Kriminaloberassistent Pentinghaus, Vermerk zur Vernehmung von Anna Först, 20.12.1937.

StdA Wuppertal, Wiedergutmachungsakte Anna Först (Nr. 11282), Schilderung des Verfolgtenvorganges von Anna Först [ohne Datum].
HStA Düsseldorf, Ger. Rep. 114/1046, Anzeige über die Entlassung aus der Strafhaft, Gefängnis Düsseldorf-Derendorf, 29.12.1937.
StdA Wuppertal, Wiedergutmachungsakte Gustav Först (Nr. 11283).
StdA Wuppertal, Wiedergutmachungsakte Gustav Först (Nr. 11283), Vermerk der Kommandatur des Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Schreiben von Gustav Först vom 6.8.1939.
StdA Wuppertal, Wiedergutmachungsakte Gustav Först (Nr. 11283), Gustav Först, Schreiben vom 6.8.1939.
StdA Wuppertal, Wiedergutmachungsakte Gustav Först (Nr. 11283), Friedrich Brosius, eidesstattliche Erklärung vom 19.8.1948.
StdA Wuppertal, Wiedergutmachungsakte Gustav Först (Nr. 11283), Der Leiter der Reichs-Arbeits-Gemeinschaft für Verwertung der Meeresalgen, Schreiben vom 3.5.1945.
StdA Wuppertal, Wiedergutmachungsakte Gustav Först (Nr. 11283), Erlebnisbericht Gustav Först.
Ebenda.
Die nachstehenden Angaben und Zitate stammen aus drei ärtztlichen Gutachten aus den Jahren 1948-50, archiviert in: StdA W, Wiedergutmachungsakte Gustav Först (Nr. 11283).

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