Interaktives Gedenkbuch

Ein Denkmal der Namen für Wuppertal - www.gedenkbuch-wuppertal.de

Gedenktafel-Enthüllung und Präsentation des interaktiven und
digitalen Gedenkbuchs für die NS-Opfer aus Wuppertal

Einladung zur Mitarbeit

Während das Schicksal der Wuppertaler Juden, der ermordeten Angehörigen der Arbeiterbewegung und des kirchlichen Widerstands weitgehend erforscht ist, gibt es über die (vergessenen) Opfergruppen wie z.B. die Roma und Sinti, die Zeugen Jehovas, die als „Asoziale", „Arbeitsscheue" oder „Berufsverbrecher" ins KZ verschleppte Gefangene, die "Euthanasie"-Opfer, Homosexuelle, Deserteure und ZwangsarbeiterInnen kaum verlässliche und öffentlich zugängliche Informationen.Das wollen wir mit dem Gedenkbuch ändern.

Unsere Einladung richtet sich zum einen an die Familienangehörigen der Wuppertaler NS-Opfer. Helfen Sie uns, den Lebensgeschichten ihrer Angehörigen eine würdige Form zugeben. Gleichzeitig bitten wir die verschiedenen engagierten Einzelpersonen, Vereine, Kirchen und Verbände, LehrerInnen und DozentInnen, StudentInnen und SchülerInnen um Mithilfe bei der Recherche und bei der Formulierung der einzelnen Biographien. Glücklicherweise haben seit vielen Jahren engagierte Bürger und Verbände den Kontakt zu den Wuppertaler NS-Opfern und ihren Familien in aller Welt gehalten. Es sind dabei über die Jahre vielfältige historische Materialien, Briefwechsel, Fotos und Filme entstanden.

Wir möchten dazu einladen, Ihr Wissen, Ihre Recherchen, Ihre Fotos und Erinnerungen an die
Wuppertaler NS-Opfer mit uns und der Öffentlichkeit zu teilen. Das Gedenkbuch wird interaktiv
sein und wartet auf Ihre Biographien,auf Dokumente, Briefe und Fotos.

Kontakt: info [at] wuppertaler-widerstand [dot] de

Bei Facebook : https://www.facebook.com/denkmal.wuppertal

 

 

News:

Broschüre “Vergessene Orte” 2. erweiterte Auflage erscheint…

Wir sind sehr erfreut, dass wir pünktlich zur Sommersaison eine erweiterte und korrigierte Broschüre vorlegen können. Diesmal haben wir uns geographisch u.a. auch den „vergessenen Orten“ an der Samba-Trasse, am Arrenberg und im Zooviertel angenommen.

Eine Trassentour auf den Spuren der NS-Zeit in Wuppertal
Die Broschüre stellen wir am Sonntag, den 5. Juni 2016 auf einer Fahrradtour vor. Treffpunkt ist 14:00 Uhr am ehemaligen Bahnhof Burgholz auf der Samba-Trasse.

Die Broschüre zum Anschauen gibt es hier: https://issuu.com/akvergesseneorte/docs/vergessene_orte_trassentour_2

Ab Sonntag werden wir die Broschüre auch in Papierform verteilen können.
Seit der 1. Auflage der Broschüre im Dezember 2014 finden sich erfreulicherweise ein paar neue Gedenktafeln und Erinnerungsorte im Stadtbild. Insbesondere die eindrucksvolle Einweihung der großen Gedenktafel am ehemaligen Durchgangslager am Giebel, die wir im letzten Jahr gemeinsam mit ehemaligen niederländischen Zwangsarbeitern aus Roermond und Helden-Panningen und der Jugendwerkstatt Alpha e.V. durchführen konnten, hat uns sehr berührt.
Auch die Einweihung des Rita und Izchok Gerszt Parks ist trotz mancher Widerstände geglückt und wir versuchen dort mittelfristig einen Erinnerungsort für jüdische WiderstandskämpferInnen zu etablieren.
Seit nunmehr 17 Jahren organisiert unser Geschichtsverein mit dem etwas umständlichen Namen Gedenkfeiern, Zeitzeugenveranstaltungen, Geschichtsprojekte und vieles mehr. Wir haben Bücher veröffentlicht, zuletzt zum Wenzelnberg- und Burgholz-Massaker und wir haben uns eingemischt, z.B. in öffentliche Geschichtsdebatten oder mit einem neu geschaffenen Denkmal der Namen im Deweerthschen Garten.
Und wir streiten weiter für eine angemessene Würdigung aller NS-Opfer (Gruppen) im öffentlichen Raum und gleichzeitig für eine Täterforschung, die nach 71 Jahren endlich für eine kritische Polizeigeschichte in Wuppertal sorgt.
Wir sind daher sehr erfreut, dass die Bethe-Stiftung, die bereits 2011 unser Wuppertaler Gedenkbuch-Projekt (gedenkbuch-wuppertal.de) und das Besuchsprogramm für NS-Opfer unterstützt hat, sich bereiterklärt hat unsere Geschichtsarbeit mit einer Spendenverdopplungsaktion zu unterstützen.
Also, jede Spende, die wir einwerben können oder im Sammeltopf landet, wird verdoppelt und hilft uns bei der Finanzierung weiterer Projekte!
Wir haben noch viel vor, z.B. die Schaffung eines Erinnerungsortes für jüdische WiderstandskämpferInnen aus Wuppertal oder die Organisation einer Gedenkreise zum 75. Jahrestag des Synagogen-Massakers in Bialystok, das u.a. Wuppertaler Polizisten zu verantworten haben. Für den November 2016 planen wir zudem eine kleine Ausstellung zu den Wuppertaler Spanienkämpfern.

Die Spendenaktion läuft insgesamt 3 Monate. Spendenquittungen fürs Finanzamt können ausgestellt werden.
Kontoinhaber: Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V.
Kontoverbindung: DE31 3305 0000 0000 9718 53 Stichwort: Befreiungsfest
BIC: WUPSDE33XXX Stadtsparkasse Wuppertal

Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V.
www.wuppertaler-widerstand.de
www.gedenkbuch-wuppertal.de


"Erinnern heißt handeln!"
15. April 2016 ab 16:30 Uhr im Zelt am Deweerthschen Garten

71. Jahrestag der Befreiung Wuppertals
Gedenkfeier und Befreiungsfest mit Angehörigen der Wuppertaler NS-Verfolgten
Konzert u.a. mit:
Esther Bejarano und Microphone Mafia
Dirk Hespers & Erik "Fotler" Schellhorn (Widerstandslieder)
Roswitha Dasch und Katharina Müther (Jiddische Lieder)

15:00 Uhr Einweihung des "Rita und Izchok Gerzst Parks" an der Josefstraße mit Angehörigen der Famile Gerzst und Musik von Roswitha Dasch und Katharina Müther

Gedenkfeier und Befreiungskonzert
im Zelt im Deweerthschen Garten

16:30 Uhr Begrüßung
Kaffeetrinken im Zelt am Deweerthschen Garten
Auftritt der Showgruppe "Kalinka" des deutsch-russischen Kulturzentrums Applaus e.V.
17:00 Uhr
Begrüßung durch Oberbürgermeister Andreas Mucke

Beiträge:
Dieter Nelles, Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal.
Klara Tuchscherer, AG Kinder des Widerstandes in der VVN-BdA
Ludmila Gutina, Applaus e.V.
Vertreter der jüdischen Kultusgemeinde (angefragt)
Dré Hanssen, Helden-Panningen NL (angefragt)
Angehörige und FreundInnen der belgischen Widerstandsgruppe De Swarte Hand (angefragt)

Gedenken

Befreiungsfest mit:
Dirk Hespers & Erik "Fotler" Schellhorn (Widerstandslieder)
Roswitha Dasch und Katharina Müther (Jiddische Lieder)
Esther Bejarano und Microphone Mafia

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In letzter Minute. Nationalsozialistische Endphaseverbrechen im Bergischen Land
Lieselotte Bhatia • Stephan Stracke

Buchvorstellungen:

Donnerstag 5. November 2015, 19:00 Uhr CityKirche Wuppertal-Elberfeld, Kirchplatz 2 In letzter Minute. Nationalsozialistische Endphaseverbrechen im Bergischen Land Buchvorstellung mit allen AutorInnen und Angehörigen der NS-Opfer

 

Samstag 7. November 2015, 15:00 Uhr Café Nordbahntrasse/Wicked Woods (Bahnhof Wichlinghausen) Buchvorstellung mit dem Schwerpunkt Burgholz-Massaker: Abschluss des Memory Mapping-Projekts „Von Wichlinghausen ins Burgholz - Vom Leben und Sterben der ZwangsarbeiterInnen in Wuppertal“ in Zusammenarbeit mit der Jugendwerkstatt Alpha e.V.

 

Anfang November 2015 erscheint der 14. Band unserer Buchreihe "Verfolgung und Widerstand". „In letzter Minute“ heißt dieser Band, der 70 Jahre nach Kriegsende über die nationalsozialistischen Endphaseverbrechen in unserer Region berichten will. Noch „In letzter Minute“ tötete ein Heckenschütze am Tag der Befreiung Wuppertals einen amerikanischen Soldaten in der Nähe des Berliner Platzes. Der Name des amerikanischen Soldaten, der so tragisch den Tod in Wuppertal fand, ist nicht bekannt. Wenig bekannt sind auch die Tötungen von deutschen Soldaten, die ebenfalls noch im letzten Moment, bevor der Frieden ausbrach, als Deserteure verhaftet und auf Erbslöh ihr Leben verloren. Im Mittelpunkt des Buches und unserer Veranstaltungen stehen die Massaker im Burgholz und am Wenzelnberg.

Burgholz

Ende Februar 1945 erschoss ein Hinrichtungskommando aus Gestapo-und Kriminalbeamten 30 sowjetische ZwangsarbeiterInnen im Burgholz. Im ersten Beitrag berichtet Lieselotte Bhatia, Jahrgang 1939, Tochter des Kriminalsekretärs Wilhelm Ober, über ihre ganz persönliche Recherche über die Hintergründe des Burgholz-Massakers. Wilhelm Ober war bei der Wuppertaler Kriminalpolizei tätig und war an den Erschießungen im Burgholz in Wuppertal beteiligt. Er wurde 1948 von einem britischen Gericht zu zehn Jahren Haft verurteilt, die er u.a. im Kriegsverbrechergefängnis Werl verbüßte.

Lieselotte Bhatia erfuhr erst nach dem Tod ihres Vaters von den NS-Verbrechen ihres Vaters. Sie fand in seinem Nachlass die Verteidigungsunterlagen des Burgholz-Prozesses. Sie stellte Fragen, auch an ihre Mutter, und begann als Kind eines NS-Täters eine ganz persönliche Spurensuche. Frau Bhatia wollte alles wissen, sie recherchierte, trat öffentlich auf und engagierte sich seither in der historisch-politischen Bildungsarbeit. Zusammen mit anderen GeschichtsaktivistInnen stritt sie für die Entschädigung aller ZwangssarbeiterInnen und beteiligte sich seit 2001 an der Organisation von Besuchsprogrammen für ehemalige ZwangsarbeiterInnen. Zusammen mit Stephan Stracke versucht sie zurzeit das Rätsel der leeren Gruben im Burgholz zu klären und hat die Dortmunder Staatsanwaltschaft aufgefordert, nach weiteren Massengräbern im Burgholz zu suchen. Noch im September recherchierte sie u.a. in the National Archives in London nach möglichen weiteren Verbrechen im Burgholz.

Wenzelnberg

Am Wenzelnberg wurden 71 Gefangene aus dem Zuchthaus Lüttringhausen, aus dem Gefängnis Wuppertal-Bendahl und aus dem Polizeigefängnis Wuppertal von Angehörigen der Gestapo, Kripo und der Schutzpolizei ermordet. Stephan Stracke rekonstruiert an Hand neuer Archivfunde und aktualisierter Fragestellungen die Ereignisse um das Massaker an der Wenzelnbergschlucht, fragt nach dem Ausbleiben der Strafverfolgung und informiert über die Lebensgeschichten der (vergessenen) Opfer und Täter.

Bei der Recherche gab es handfeste Überraschungen. So wird zum ersten Mal die Geschichte der skandalösen Strafvermeidung erzählt, keiner der Täter vom Wenzelnberg wurde jemals bestraft. Auch der Lebens- und Fluchtweg des angeblichen Haupttäters Theodor Goeke konnte erhellt werden. Darüber hinaus wird über den Zuchthausdirektor Karl Engelhardt zu diskutieren sein, der politische Gefangene vor der Tötung am Wenzelnberg schützte und gleichzeitige andere sog. „kriminelle, aber auch politische Gefangene dem Mordkommando der Wuppertaler und Solinger Polizei auslieferte. Engelhardt wurde zudem 1957 wegen der Führung „schwarzer Kassen“ und anderer Betrügereien im Zuchthaus Lüttringhausen aus dem Amt entfernt und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Zudem soll die umkämpfte Geschichte der Wenzelnberg-Gedenkfeier thematisiert werden.

Peter Fey schließlich hat ein Lebensbild seines am Wenzelnberg ermordeten Großonkels Adolf Führer beigesteuert. Sein „Verbrechen“: Er hatte in einem Interview mit einer niederländischen Zeitung über die menschenverachtenden Zustände in deutschen Konzentrationslagern berichtet. Er wurde verhaftet und vom Volksgerichtshof wegen sog. Volksverrates zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Adolf Führer habe, so das Gericht, sich der »Schädigung des Ansehens des Deutschen Volkes« schuldig gemacht.

Historisch-politische Bildungsarbeit

Darüber hinaus soll das Buch auch für die historisch-politische Bildungsarbeit nutzbar sein. Wir haben einige wichtige Dokumente zu den Massakern zusammengestellt und mit kleinen Arbeitsaufträgen versehen, die wir ausdrücklich als Diskussionsanregung verstehen. Insgesamt soll dieses Buch auch eine Anregung für Geschichtsinteressierte, GeschichtsaktivistInnen und HistorikerInnen sein, in neuen Projekten vor Ort zu graben und z.B. die Geschichte(n) der NS-Täter aus Polizei und Justiz und die Strukturen der regionalen Polizeibehörden, Gefängnisse und Zuchthäuser zu erforschen. Und wir wünschen uns, dass diese Erkenntnisse auch in eine lebendige Gedenk- und Erinnerungsarbeit einfließen werden.

Das Buch gibt´s dann auch im gutsortierten Buchhandel:

Bhatia, Lieselotte / Stracke, Stephan: In letzter Minute – Nationalsozialistische Endphaseverbrechen im Bergischen Land Bildungsmaterial zur Wuppertaler Polizei- und Widerstandsgeschichte Bd. 1.

De Noantri Verlag ISBN: 978-3-943643-03-9

320 Seiten 18,00 €
Buchbestellungen: buchbestellung [at] wuppertaler-widerstand [dot] de

 

Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V. (www.gedenkbuch-wuppertal.de) in Zusammenarbeit mit der CityKirche Wuppertal-Elberfeld

 

Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung NRW, Siegfried u. Christa Wirtz Stiftung, Stadtsparkasse Langenfeld, Stadtsparkasse Remscheid, Stadtsparkasse Solingen, Stadtsparkasse Wuppertal, Stiftung Kalkwerke Oetelshofen.

Das Projekt “Memory Mapping” wird aus dem Verfügungsfonds der Sozialen Stadt Oberbarmen / Wichlinghausen, durch das Bund-Länder Programm „Soziale Stadt NRW“, mit Mitteln der Städtebauförderung durch das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW und durch das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

 

 

"Damit bin ich nicht einverstanden" – die Résistance-Kämpferin Melanie Volle-Berger im Zeitzeugengespräch"

25. Juni 2015 19:00 Uhr Citykirche Wuppertal-Elberfeld

https://www.facebook.com/events/1437008433271871/

Zu Gast aus Wuppertals Partnerstadt St. Etienne ist die österreichisch-französische Widerstandskämpferin Mélanie Volle-Berger.
Sie wurde am 8. Oktober 1921 in Wien geboren. Politisch sozialisiert in der Arbeiterbewegung beteiligte sie sich mit 15 Jahren an der illegalen Arbeit und schloss sich der antistalinistischen Organisation „Revolutionäre Kommunisten“ (RK) an. Im März 1938 emigrierte sie nach Belgien und später nach Frankreich, wo sie die Widerstandsarbeit für die RK fortsetzte. Im Januar 1942 wird sie verhaftet und am 16. September vom Militärtribunal Toulouse wegen "kommunistischer und anarchistischer Aktivität" zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Danach wird sie in das Frauengefängnis "Baumettes" in Marseille überstellt. Im Gefängnis erkrankt sie an Gelbsucht und muss in ein Krankenhaus verlegt werden. Dort kann sie in einer spektakulären Aktion von einem Kommando der RK befreit werden, dass sich als Nazifunktionäre verkleidet hatte.
Die Befreite setzt ihr Engagement in der Résistance nun mit falschen Papieren und unter wechselnden Namen fort. Mélanie Volle-Berger lebt heute, 93 jährig, von Österreich und Frankreich als Widerstandskämpferin hochgeehrt, in St. Etienne und widmet sich der Erinnerungsarbeit.

VeranstalterInnen:

Freundeskreis Wuppertal - St. Etienne

Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V.

Regionalbüro Arbeit und Leben DGB/VHS Berg-Mark

Jusos Wuppertal

NaturFreunde Wuppertal

in Zusammenarbeit mit der Citykirche Wuppertal-Elberfeld

Mit Unterstützung der EVZ

 

17. April 2015 Befreiungsfest - 70. Jahrestag der Befreiung Wuppertals vom Nationalsozialismus

Am 16/17. April 1945 befreiten Soldaten der US-Army Wuppertal von der Nazi-Herrschaft. Seit 2005 erinnern wir in Wuppertal an diesen Befreiungstag mit großen und kleinen Gedenkfeiern, Stadtrundgängen und Buchlesungen. Zum 70. Jahrestag der Befreiung möchten wir zusammen mit den Überlebenden und den Angehörigen der NS-Opfer  im Deweerthschen Garten eine würdige Gedenkfeier und ein lebendiges  Befreiungsfest feiern.  Ein wichtiger Teil der Gedenkfeier wird die Aufstellung einer ergänzten und korrigierten Gedenktafel mit den Namen von jetzt  3.436 Wuppertaler NS-Opfern sein.          
Wir erwarten - soweit es die Gesundheit noch zulässt - ehemalige ZwangsarbeiterInnen aus Roermond, Helden-Panningen und Kiew, Angehörige der Wuppertaler Sinti-Familien, ehemalige WiderstandskämpferInnen und NS-Verfolgte aus dem In- und Ausland, Veteranen der Roten Armee und natürlich die Angehörigen der NS-Opfer .   
Darüber hinaus werden wir im Beisein von ehemaligen Zwangsarbeitern ein Erinnerungszeichen an die über Hundert gestorbenen ZwangsarbeiterInnen im Durchgangslager Giebel einweihen. Das Lager “Am Giebel“ war eines von 50 landesweiten Durchgangslagern, über die ZwangsarbeiterInnen in verschiedene Bezirke verteilt wurden. Mehr als 125.000 Menschen wurden allein über das Lager Giebel zur Zwangsarbeit in die Region weiterverteilt.
 
ab 17:00 Uhr Befreiungsfest im Zelt im Deweerthschen Garten
Gedenkfeier vor dem Denkmal der NS-Opfer
 
Begrüßung
 
Doğan Akhanli, Schriftsteller (Köln) zum Thema: Geteilte Erinnerung
 
 
Grußwort von Uli Klan, Armin T. Wegner Gesellschaft
 
Musik: Uli Klan
 
Grußworte von alevitischen und kurdischen VertreterInnen
 
Musik: Gypsy Trio Koblenz ft. Wattie Rosenberg
 
Grußworte von Angehörigen und Verbänden der NS-Opfer
 
Eingeladen sind:
 
- Vertreter der jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal
- Angehörige der Wuppertaler Sinti-Familie Paßquali
- Delegation aus Roermond (NL)
- Delegation aus Helden-Panningen (NL)
- Delegation des Mémorial de la Résistance et de la Déportation aus Saint-Etienne (F)
- David Wihl,Gary Wihl  Familie Barmé-Wihl (USA)
- Jacques Altman, Resistancekämpfer u. Auschwitz-Überlebender (Paris)
- Delegation der Zwangsarbeiterkinder aus Kiew
- Kinder des Widerstandes bzw. VVN-BdA
- Vertreter der Veteranen der Roten Armee
 
 



Einweihung der erweiterten Gedenktafel 
 
Musikprogramm:

Gypsy Trio Koblenz ft. Wattie Rosenberg
 
Börsen Beat Band
 

Mehmet Akbas

 
 
 

Einladung zur Gedenkreise nach Scheveningen / NL 8.März 2015

8. März 2015 15:00 Uhr Gedenkveranstaltung für den jüdischen Wuppertaler Widerstandskämpfer Richard Barmé und für die anderen Opfer der Massenerschiessung in der Waalsdorpervlakte.

Wir haben uns mit den Angehörigen von Richard Barmé, die extra aus den USA anreisen und mit der Familie des Widerstandskämpfers JacobWillem Adriaan Stuyver
zusammengetan, um eine kleine private Gedenkfeier an der Erschiessungsstelle durchzuführen.


Die Hintergründe:

Die Waalsdorpervlakte ist eine Senke im Dünengebiet des Naturschutzgebietes Meijendel nördlich von Den Haag. Die Waalsdorpervlakte gilt als eine der wichtigsten Gedächtnisstätten des Zweiten Weltkriegs in den Niederlanden. Während des Zweiten Weltkriegs und der Besatzung durch die Wehrmacht diente die Waalsdorpervlakte den Deutschen als Hinrichtungsstätte von niederländischen Widerstandskämpfern. Über 250 Widerständler – die genaue Zahl ist unbekannt –, die im nahegelegenen Gefängnis Oranjehotel einsaßen, wurden hier exekutiert; die erste Hinrichtung war am 3. März 1941. Manche Hinrichtungen wurden als Vergeltungsmaßnahme vollstreckt; andere Opfer gehörten zu Widerstandsgruppen wie De Geuzen, der Communistischen Partij van Nederland (CPN), dem Ordedienst und der Oranjegarde oder waren Mitarbeiter der Untergrund-Zeitungen Trouw und Vrij Nederland.
Allein am 8. März 1945 wurden hier 38 willkürlich ausgewählte Gefangene aus dem Gefängnis Oranjehotel als Vergeltungsmaßnahme nach einem Attentat auf den Höheren SS- und Polizeiführer (HSSPF) Hanns Rauter ermordet. Die Leichen der Hingerichteten wurden auch in den Dünen verscharrt; nach Kriegsende wurden die sterblichen Überreste geborgen, aber bis heute sind noch nicht alle Toten gefunden.

Richard Barmé

Richard Barmé

Unter den Opfern vom 8. März 1945  war auch Richard Barmé. Richard Barmé, Jahrgang 1924, stammt aus einer jüdischen Familie aus Wuppertal-Küllenhahn. Die Familie flüchtete 1937 in die Niederlande. Nachdem die Deutsche Wehrmacht am 10. Mai 1940 auch die Niederlande überfiel, gerieten die Barmés in große Gefahr.

Rita Barmé engagierte sich im Widerstand  und hilft jüdischen Underduikern. Bei dem Versuch eine jüdische Familie in die Schweiz zu bringen, wurde sie im Zug in der Nähe von Roosendaal verhaftet und am 10. Dezember 1942 nach Westerbork gebracht.  Von dort aus wurde sie nur wenige Tage später in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Richard Barmé beschließt im Juli 1942, gerade 18 Jahre alt, sich den niederländischen Streitkräften in England anzuschließen. Er verlässt die Niederlande und gelangt in die Schweiz, wo er zeitweise von den Schweizer Behörden interniert wird, aber auch ein niederländischen Internat besucht. Im Oktober 1943 geht die Reise weiter, mit zwei Freunden schlägt er sich quer durch Europa nach Gibraltar durch, wo er dann eine Schiffspassage nach England erhält.      

Am 16. März 1944 erreicht er endlich England. Er meldet sich bei beim Bureau Bijzondere Opdrachten und absolviert eine Ausbildung zum Fallschirmspringer und Funker. In der Nacht von 1. auf den 2. November 1944 springt er mit einem Sonderauftrag über Holland ab, Er schliesst sich einer Kampfgruppe (KP) in Rotterdam an, und beginnt seine geheime Sendetätigkeit. Am 2. Februar 1945 wird sein Sender aber in Rotterdam-Hillegersberg durch die deutsche Abwehr angepeilt und Barmé verhaftet.

Er wird im Gefängnis Oranjehotel in Scheveningen festgehalten und ausführlich verhört. Für einen Prozess fehlt den Deutschen die Zeit, Richard Barmé wird am 8. März 1945 aus dem Gefängnis geholt und mit 37 anderen Widerstandskämpfern als Geisel in der Waalsdorpervlakte erschossen.

Nach der Befreiung der Niederlande wird Richard Barmé von der niederländischen und britischen Regierung für seinen Widerstandskampf hoch dekoriert.

Seine sterblichen Überreste liegen nunmehr auf dem Ehrenfriedhof in Loenen.


 

“Vergessene Orte” – Spendenaufruf für eine neue Auflage.

24.01.2015 11:56

Pünktlich zur Eröffnung der Nordbahntrasse im Dezember legte der Wuppertaler “Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal” eine neue Geschichtsbroschüre vor.

In der reichbebilderten, kostenlos verteilten Schrift wird eine Trassentour auf den Spuren der NS-Zeit in Wuppertal dokumentiert. Themen sind u.a. das Zwangsarbeiter-Durchgangslager des Wuppertaler Arbeitsamtes am Giebel, die Zwangsarbeiter-Kinderbaracke der Firma Kolb & Co., die Hintergründe des Burgholz-Massakers und das Sammellager für Wuppertaler Sinti und Roma am Klingholzberg, sowie die Untertageproduktion im Schee-Tunnel.
“Jetzt ist die 1. Auflage der Broschüre fast vergriffen”, freut sich Dieter Nelles, Vorsitzender des Geschichtsverein und ruft im Rahmen der bis zum 8. Februar 2015 laufenden Spendenverdopplungsaktion der Bethe-Stiftung zu Spenden für eine neue Auflage der Broschüre auf.
Noch gibt es einige Exemplare, u.a. im Mirker Bahnhof, im Tacheles am Loher Bahnhof und im Kulturbahnhof Vohwinkel.
Kostenlos herunterladen kann man die Broschüre unter: http://rebellisches-wuppertal.de/files/vergessene_orte_trassentour.pdf

Spenden werden bis zum 8. Februar 2015 von der Bethe-Stiftung verdoppelt!
Kontoinhaber: Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V.
Kontoverbindung: DE31330500000000971853 Stichwort: Erinnerungsarbeit
BIC: WUPSDE33XXX Stadtsparkasse Wuppertal

 

“Erinnerung heißt handeln!” (Esther Bejarano)

70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz – Holocaust-Gedenktag in Wuppertal 2015 – Gedenktag für alle Opfer des Nationalsozialismus.

Begegnung mit der Partisanin Fania Branzowskaja (Vilnius, Litauen)

27.1.2015 19:30 Uhr Citykirche Wuppertal-Elberfeld

Das nächste Projekt des Geschichtsvereins startet am 27.1.2015 zum Wuppertaler Holocaust-Gedenktag. Dann kommt auf Einladung des Vereins die ehemalige Partisanin Fania Branzowskaja aus Litauen nach Wuppertal.

Musikalische Umrahmung mit Roswitha Dasch und Katharina Müther – Die Moderation übernehmen Roswitha Dasch und WIR-gegen das Vergessen

Fania Branzowskaja ist eine der letzten noch lebenden Zeug_innen der Shoah in Litauen. Sie war 19 Jahre alt und wollte Lehrerin werden, als die Wehrmacht am 22. Juni 1941 in ihre Heimatstadt Vilnius einfiel, das auf Jiddisch Wilne heißt und bis dahin als „Jerusalem des Nordens“ galt.
Sie wurde Zeugin von Pogromen, der Errichtung der beiden Ghettos und fortlaufenden „Aktionen“, in deren Folge die Deutschen zehntausende jüdische Männer, Frauen und Kinder im nahen Paneriai (jiddisch: Ponar) durch litauische Kollaborateure erschießen ließen.
Unter dem Eindruck der Verbrechen schloss sich Fania Branzowskaja1942 der jüdischen Widerstandsgruppe Fareinikte Partisaner Organisatzije (F.P.O) an. Sie agitierte für diese, „organisierte“ Lebensmittel und half, Waffen ins Ghetto zu schmuggeln, nachdem die FPO-Führung entschieden hatte, einen Aufstand vorzubereiten. Als Mobilisierungsparole wurde „Liza ruft!“ vereinbart, eine Reminiszenz an Liza Magun, eine Meldegängerin der FPO, die die Deutschen erschossen hatten.
Als die Deutschen am 23. September 1943 begannen, auch das sog. große Ghetto zu liquidieren, ließ die Leitung der F.P.O den Aufstandsplan fallen, um kein Blutbad auszulösen, und wies ihre Mitglieder an, sich zu den Partisan_innen durchzuschlagen, die in den großen Waldgebieten östlich und südlich von Vilnius operierten. Fania Branzowskaja entkam in letzter Minute zusammen mit ihrer Kameradin Doba Develtof. Ihre Eltern und ihre kleine Schwester musste sie zurücklassen – diese wurden von den Deutschen verschleppt und später ermordet.
Bei den Partisan_innen erlernte Fania Branzowskaja den Umgang mit Schusswaffen und Sprengstoff und führte verschiedene Sabotagemissionen aus. Im Juli 1944 beteiligte sie sich mit ihrer Einheit an der Befreiung von Vilnius durch die Rote Armee.
Fania Branzowskaja, geborene Jocheles, war die einzige ihrer Familie, die die Shoah überlebt hatte. Sie heiratete Mikhail Branzowski, an dessen Seite sie gekämpft hatte, und engagierte sich beim Wiederaufbau Litauens unter sowjetischer Führung. Nach dem Tod ihres Mannes 1985 und dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde ihr das Gedenken an die Shoah und den Widerstand gegen die deutschen Besatzer zur Lebensaufgabe.
Heute ist Fania Branzowskaja 92 Jahre alt und lebt in einer kleinen Hochhauswohnung. Sie hat zwei Töchter, von denen eine nach Israel ausgewandert ist. Dreimal in der Woche betreut sie die Bibliothek des Jiddischen Instituts der Universität in Vilnius. Drei weitere Tage engagiert sie sich im Zentrum der Jüdischen Gemeinde.

Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V.
In Kooperation mit dem Verein „Mizwa – Zeit zu handeln“ und der Citykirche Wuppertal-Elberfeld.

Gefördert von: Stiftung EVZ, Barmenia Versicherungen, KNIPEX, Stadtsparkasse Wuppertal und WSW Wuppertaler Stadtwerke GmbH

 

 
Happy Birthday Nordbahntrasse!!!
 
Die Trassentour-Broschüre zu den "Vergessenen Orten" ist fertig.
 
 
Die Broschüre in Papier gibts zur Nordbahntrassseneröffnung am Freitag mittag.
 
Es ist endlich soweit. Wir feiern die lang ersehnte Eröffnung der Nordbahntrasse.
Die ausgebaute Trasse wird uns neue Perspektiven auf Wuppertal eröffnen – auch für die Geschichtsarbeit.
2015 begehen wir den 70. Jahrestag der Befreiung Wuppertals von der Naziherrschaft und wollen auch diesmal der NS-Opfer würdig gedenken. Mit dem neuen Geschichtsprojekt „Vergessene Orte“ möchten wir gleichzeitig unbekannte und vernachlässigte Orte der NS-Geschichte markieren und lokale Geschichten der Verfolgung und des Widerstands erzählen.
 
Zur Eröffnung präsentieren wir erstmals eine auf die Nordbahntrasse
bezogene Fahrradtour auf den Spuren der NS-Zeit in Wuppertal. Die
(kostenlose) Verteilung der Broschüre und ihre Verbreitung im Internet
sollen Startschuss für ein innovatives Geschichtsprojekt sein.

 

Gedenkfeier zum Burgholz-Massaker: http://www.cronenberger-woche.de/nachricht/2014/03/19/burgholz-massaker-...

Stolpersteinverlegung: http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2014_0129_Wu...

 

27.1.2014 Vohwinkel: Rundgang gegen Antisemitismus


Rund 100 Personen haben sich am Montagabend (27. Januar 2014) an einem Rundgang der „Antifaschistischen Initiative Wuppertal“ beteiligt. Am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus' setzten sie dabei „ein deutliches und friedliches Zeichen gegen Antisemitismus und Fremdenhass“, so die Polizei. Die Initiative hatte im Vorfeld kritisiert, dass ein Wuppertaler Neonazi in Vohwinkel Räume unter dem Vorwand angemietet hat, dort eine „Reinigungsfirma“ zu betreiben. In Wirklichkeit sei es ein neuer Treffpunkt der rechten Szene. (Wuppertaler Rundschau)

 

Stolperstein für Karl Paul Paetzel:

http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2012_1114_Wu...

Stolperstein für Paul Wülfrath

http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2013_1213_WZ...

Stolperstein für Ernst und Berta Wahl:

http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2013_0717_Wu...

Neue Stolpersteine:

http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2013_Elberfe...

http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2012_Elberfe...

http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2012_NordWes...

http://www.stolpersteine-wuppertal.de/cms/upload/PDF_Presse/2012_Elberfe...

 

Erster Stolperstein für homosexuelles  NS-Opfer:

http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/stadtteile/elberfeld-mitte-w...

Gedenkveranstaltung 20. Juli 2011

http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/nazi-herrschaft-erinnerung-a...

Wuppertals Spanienkämpfer:

http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/von-wuppertalern-die-auszoge...
http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/von-wuppertalern-die-auszoge...

Rede von OB Jung

http://vimeo.com/26760838

Enthüllung der Gedenktafel

http://vimeo.com/26763262

http://www.facebook.com/media/​set/?set=a.248559251839561.751​34.100000564657239&l=fae43a9bd​f&type=1



http://youtube.com/watch?v=slO​tyNeaTII

http://www.neues-deutschland.de/artikel/199881.den-namen-zurueckgeben.html

http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/stadtteile/barmen/wuppertal-...

http://www.wz-newsline.de/lokales/wuppertal/stadtteile/elberfeld-mitte-w...

Gedenkbuch Wuppertal

Gedenkbuch Wuppertal

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Theodore Frankenberg-Strauss

Theodore Frankenberg-Strauss

Elberfeld, 16 April 1869

Auschwitz, 19 November 1943

Reached the age of 74

Elberfeld, 16 April 1869

Auschwitz, 19 November 1943

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Tehuis voor Israëlitische Oude Lieden »

Markt 5, Arnhem »

Historiker entdeckt Deportationsbericht

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/ns-polizeibericht-ueber-judend...

Historiker entdeckt erschütternden NS-Polizeibericht

Hitler und Reichsaußenminister von Ribbentrop: Bürokratisierte Grausamkeit

Es ist ein seltener Fund: Ein Historiker hat in einem Londoner Archiv einen NS-Polizeibericht über die Judendeportation aus Düsseldorf entdeckt. Der Autor, ein Polizeihauptmann, hält darin zynisch fest: "Die Juden waren ziemlich weich", seine Männer dagegen "frisch und gleichbleibend diensteifrig".
Info

Düsseldorf - Der Düsseldorfer Historiker Bastian Fleermann ist im Online-Katalog der Wiener Library in London auf das Dokument gestoßen - mit den Suchworten "Düsseldorf" und "Minsk". "Das war ein reiner Zufallsfund", sagte Fleermann am Mittwoch in Düsseldorf, wo er den Report erstmals präsentierte. "Wir wissen nicht, wie er in dieses Londoner Archiv gelangt ist."

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Der Polizeibericht ist ein erschütterndes Zeitdokument über eine Deportation von Juden aus Düsseldorf nach Minsk im Jahr 1941. Die viertägige Tortur führte die Menschen in die Konzentrationslager, in den Tod. Nur fünf Juden des Düsseldorfer Zuges überlebten den Holocaust. Berichte dieser Art sind äußerst selten. Die Nazis hatten am Ende des Krieges versucht, die Spuren ihrer Tötungsmaschinerie zu vernichten.

"Die Juden waren um diese Zeit ziemlich weich", heißt es kaltschnäuzig im Bericht des Schutzpolizeihauptmanns und SS-Mitglieds Wilhelm Meurin, der verantwortlich für die Überwachung der Deportationsfahrt war. Sein siebenseitiger Dienstbericht dokumentiert bürokratisch jeden einzelnen Halt des Todeszuges, dem Zustand der jüdischen Deportierten dagegen gilt kaum ein Satz.

Detailliert aber hält Meurin fest, dass er in einem Zug dritter Klasse an den Rhein zurückkehren muss, dass die zugeteilte Alkoholration für die lange Reise etwas dürftig war und Ohrenschützer für die Beamten bei künftigen Fahrten wünschenswert wären.

Von antisemitischer Propaganda durchsetzt

300 Juden seien bereits bei der Ankunft nicht mehr marschfähig gewesen, berichtet Meurin. "Das Ausladen in Minsk konnte trotzdem mit der gewünschten Beschleunigung durchgeführt werden." Aus dem Minsker Ghetto seien "8000 russische Juden entfernt und (...) erschossen worden", schreibt Meurin in dem Dienstbericht, der von antisemitischer Propaganda und angeblichen Augenzeugenberichten über Kannibalismus unter russischen Kriegsgefangenen durchsetzt ist. Seinen Männern sei es dagegen gut gegangen. "Die Männer waren frisch und gleichbleibend diensteifrig." Krankmeldungen habe es nicht gegeben.

Für die Historiker ist das Dokument äußerst wichtig, denn bisher ist nur ein vergleichbarer Polizeibericht über einen Deportationszug bekannt. In dem sogenannten Salitter-Bericht schildert der Polizeibeamte Paul Salitter ebenfalls eine Deportation von Juden vom Düsseldorfer Güterbahnhof Derendorf.

bos/dpa

COPY REPORT OF TRANSPORT OF JEWS FROM DÜSSELDORF TO MINSK, (1941)

Donor:
Accession Number(s):
Date:
Extent: 1 folder
Condition:
Access: open

Introduction
This is an apparently authentic certified copy of a report about a transport of Jews from Düsseldorf to Minsk, which commenced on 10 November 1941. The author was Hauptmann der Schutzpolizei, Meurin. The document is countersigned by Oberwachtmeister der Sch[utzpolizei?] [illegible]. Whilst the addressee is not explicit, the tenor of the report and the list of recommendations for future transports in the penultimate section suggest that it was written for the attention of the Gestapo, Düsseldorf, ie the organisation responsible for deporting the city’s Jews.

Altogether 5895 Jews were deported from Düsseldorf, most of them between Autumn 1941 and Summer 1942. This was the only transport to Minsk from Düsseldorf, the other destinations being Theresienstadt, Riga, Litzmannstadt and Izbica.

The authenticity of the report can be attested to in a number of ways. The rank and positon of the author, captain in the Schutzpolizei, is consistent with that of Transportführer. It is reasonable to suppose that one of his duties would have been to make such a report. The description of the embarkation point on the first page of the report, Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf is the same as that of the 22 April 1942 transport to Izbica. The detailed description including the precise route taken; the length of time at each station and the necessity to deviate from the planned path due to threat of attack from ‘partisans’ all suggest that the report is genuine. Similarly the description of the inhuman conditions and the disproportionate space given to descriptions of attacks on guards by deportees lend credence to it. Finally the recommendations for improvement including the provision of more food and alcohol, more warm clothing, torches and better weapons and protective gear for the guards are further evidence as to the authenticity.
Nothing is known about the custody of this document prior to deposit.
Items
1113/1 Copy report of transport of Jews from Düsseldorf to Minsk 1941
Index Terms
Deportations
Düsseldorf
Minsk
Jews
Documents

Jugend in Deutschland 1918-1945“

Ein neues Internetprojekt des NS-Dokumentationszentrums Köln

Am 20. März 2012 hat das NS-Dokumentationszentrum ein neues Internetportal zum Themenkomplex „Jugend in Deutschland 1918-1945“ (www.jugend1918-1945.de) online gestellt.

Ein neues Internetprojekt des NS-Dokumentationszentrums Köln

Jugend in Deutschland 1918-1945“

Am 20. März 2012 hat das NS-Dokumentationszentrum ein neues Internetportal zum Themenkomplex „Jugend in Deutschland 1918-1945“ (www.jugend1918-1945.de) online gestellt. Dieser umfassende, neue Wege beschreitende und in seiner Art daher einzigartige Auftritt versucht zu zeigen, wie Jugendliche gelebt und was sie erlebt haben in einer Zeit, die von zwei Weltkriegen, Wirtschaftskrisen und Neuaufbrüchen erschüttert und geprägt wurde. Es war auch die Zeit, in der „Jugend“ überhaupt erst als eigenständiger Lebensabschnitt mit eigenen Lebensformen entdeckt wurde. Viele sahen in der jungen Generation einen Hoffnungsträger für eine bessere Zukunft, andere erblickten in ihr aber eher eine manipulierbare Masse zur Durchsetzung eigener Ziele.

Das auf fünf „Säulen“ basierende Portal ermöglicht es nunmehr auf vielfältige Weise sich dem Leben und Denken Jugendlicher in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu nähern. Hierbei helfen zunächst die auf jeweils neuestem wissenschaftlichen Stand erarbeiteten und stark ausdifferenzierten 20 Themen, die vielfach noch durch eigenständige lokale Auftritte (zunächst v.a. Köln und Essen) ergänzt werden. Von den großen konfessionellen, politischen und bündischen Jugendverbänden der Weimarer Jahre über ausführliche Darstellungen zur Hitlerjugend und zur Erziehung im Nationalsozialismus bis zu kriegsspezifischen Erscheinungen wie der Kinderlandverschickung, den Luftwaffenhelfern oder den vielfältigen Kriegshilfsdiensten bleibt kaum ein Aspekt ausgespart. Aber auch die verschiedenen Erscheinungsformen unangepassten Jugendverhaltens werden ebenso thematisiert wie die rassistisch motivierte Verfolgung und Ermordung von Kindern und Jugendlichen.

Diese „wissenschaftlich- objektive“ Säule des Projekts wird durch „individuell-subjektive“ Lebensgeschichten ergänzt. Bislang 48 umfangreiche Lebensgeschichten (zunächst ausschließlich von Essener Zeitzeuginnen und Zeitzeugen) ermöglichen eher spontane Einblicke in die Welt Jugendlicher während der Zeit des Nationalsozialismus. Zumeist entstanden auf der Basis von Zeitzeugengesprächen, spiegeln diese Biografien individuelle Erfahrungen wider, die oft in umfangreichen Videosequenzen aus den Gesprächen von den Betroffenen selbst geschildert und mit zahlreichen Fotos und Dokumenten illustriert werden. Hier kann man den Menschen zuhören, sozusagen mit Ihnen gemeinsam in ihren alten Fotos und Fotoalben „stöbern“, in Tage- und Fahrtenbüchern oder auch in alten Briefen lesen. Dabei sind einzelne Passagen der Lebensgeschichten immer auch mit relevanten Themen verknüpft, so dass sich der jeweilige Hintergrund der Lebensgeschichten erschließt und die subjektive Sichtweise der Erzählenden mit den sie damals umgebenden „objektiven“ Lebensumständen verbunden werden.

Der dritte wesentliche Bestandteil der neuen Internetpräsenz ist die „Chronik“, die eine wesentliche Ergänzung der Themen- und Lebensgeschichten darstellt und an wichtigen Punkten perspektivisch mit diesen auch direkt verknüpft werden soll. Hier werden nicht etwa die jeweiligen „Großereignisse“ der NS-Zeit erläutert (das geschieht ohnehin durch ein punktgenau direkt in den Text integriertes Lexikon), sondern die Einträge sind Ergebnis von intensivem Studium und ausführlicher Auswertung zeitgenössischer Akten und Zeitungen. Insofern stellen sie eine Art Schnittstelle zwischen den auf wissenschaftlicher Analyse und Erkenntnissen basierenden Thementexten und den subjektiven Lebensgeschichten dar. Ob Gestapo- oder Gerichtsakten, Unterlagen aus Verbandsarchiven oder Beiträge in zeitgenössischen Zeitungen, Zeitschriften und Mitteilungsblättern: All diese Erkenntnisse werden in oft sehr umfangreichen Beiträgen – zumeist selbst jeweils kleine „Geschichten“ – zur Verfügung gestellt und ermöglichen so eine weitaus intensivere Annäherung an die damaligen Verhältnisse als das die gezwungenermaßen abstrakteren Thementexte vermögen. Da diese Chronikeinträge zudem nicht nur nach zeitlicher Abfolge, sondern auch nach Schlagworten und Orten recherchiert und eingesehen werden können, vermitteln sie interessante, oft sehr aufschlussreiche und vielfach ganz neue Einblicke in den Alltag der damaligen Zeit.

Themen- und Lebensgeschichten werden nicht nur um Fotos, historische Filme und Dokumente ergänzt, sondern mit weiteren umfangreichen Materialien angereichert, die in aller Regel „Selbstzeugnisse“ der damaligen Jugendlichen sind. Fotoalben, Chroniken, Fahrtenbücher, Tagebücher, Briefwechsel: Diese Aufzählung stellt nur einen kleinen Ausschnitt aus dem breiten Spektrum künftig verfügbarer Materialien dar. Sie sollen nicht nur die Lebensgeschichten vertiefen und Themen illustrieren, sondern zugleich Grundlage neuer Forschungen sein. Diese oft ausführlichen, in aller Regel aus Privathand stammenden Textkonvolute werden nämlich nicht nur als digitale Faksimiles, sondern auch transkribiert und – perspektivisch – inhaltlich erschlossen und wissenschaftlich kommentiert zur Verfügung stehen. Damit ermöglichen sie wissenschaftliche Forschung unter häufig neuen Fragestellungen, deren Erkenntnisse – hier schließt sich dann der „Projekt-Kreis“ – wiederum in die Thementexte einfließen sollen. All diese im Projektkontext erstmalig verfügbaren und erschlossenen Text- und Bildmaterialien sollen künftig im digitalen „Archiv“ präsentiert werden, wo sie leicht und je nach Fragestellungen treffsicher aufzufinden und zu nutzen sind.

Ergänzend zu diesen vier Hauptsäulen des neuen Internetauftritts soll perspektivisch auch das in stetigem Wachstum begriffene Lexikon nicht nur im Zusammenhang mit den jeweils zu erläuternden Begriffen, Ereignissen und Namen, sondern auch als alphabetisches Gesamtkonvolut mit klassischer Lexikonfunktion verfügbar gemacht werden.

In diesem Sinne stellt „Jugend in Deutschland 1918-1945“ ein in sich geschlossenes, aber jederzeit für Ergänzungen und Korrekturen offenes System dar, das auf Dauer nicht nur Leben und Handeln Jugendlicher in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sondern zugleich auch gesellschaftlichen, politischen und mentalen Wandel und dessen Auswirkungen auf die damalige Lebenswirklichkeit verständlicher machen wird. Der damit verknüpfte Anspruch ist zugegebener Maßen ebenso groß wie die noch zu leistenden Arbeiten. Aber ganz im Sinne Erich Kästners („Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“) ist nunmehr der erste wichtige Schritt in die skizzierte Richtung getan. Nun bedarf es eines langen Atems und insbesondere weiterer Förderung (der bisher einzige Kooperationspartner ist der Landschaftsverband Rheinland), um den hochgesteckten Zielen näherzukommen. Wer das Projekt mit Materialien, Rat oder Tat unterstützen möchte, ist daher natürlich jederzeit herzlich willkommen.

Parallel zum Internetauftritt ist im Übrigen auch die umfangreiche Ausstellung „Begeistert! Unangepasst? Ausgegrenzt! – Jugend im Nationalsozialismus 1933-1945“ entstanden, die als Produktion des NS-Dokumentationszentrums bis Ende des Jahres im Haus der Essener Geschichte zu sehen ist.

Ernst Moll

Lina Moll (* 3. Juni 1895 in Höhscheid; † 11. Mai 1962 in Solingen) und ihr Mann Ernst Moll (* 29. Februar 1892 in Höhscheid; † 13. April 1944 in Wuppertal) beteiligten sich am kommunistischen Widerstand gegen das NS-Regime, bleiben aber lange Jahre unbehelligt. Erst im März 1943 bekam die Gestapo von ihren Verbindungen Kenntnis, und das Ehepaar wurde festgenommen. Ihr Kontaktmann Willi Seng wurde im Juli 1944 in Köln hingerichtet. Ernst Moll starb während der Untersuchungshaft am 13. April 1944 in Wuppertal. Lina Moll wurde am 15. August 1944 durch einen Volksgerichtshof wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“ zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 12. Mai 1945 wurde sie aus der Frauenvollzugsanstalt Lübeck-Lauerhof entlassen

Neuer Eintrag

Burgholz-Gedenken

Einladung
Wir laden Sie herzlich ein, mit uns zusammen der Menschen zu gedenken, die in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs im Burgholz ermordet wurden. Sie waren als ZwangsarbeiterInnen in unsere Stadt deportiert worden, mussten unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten, wurden gefangen genommen und ohne Gerichtsverfahren hingerichtet.
Unser Gedenken an die Ermordeten und an die Umstände ihres Leidens hält die Erinnerung an das Geschehene wach. Sie ist uns Mahnung zu engagiertem Handeln gegen neofaschistische Umtriebe, rassistische Propaganda und Gewalttaten in diesen Zeiten.

Verein NS-Spurensuche in Wuppertal

Friedhof Schorferstraße
(Wuppertal Cronenberg)
Donnerstag, 1. März 2012
16 Uhr

Leo Polak Symposium

Leo Polak Symposium

‘Liever een dode leeuw dan een levende hond’: over de actualiteit van de vrijdenker en humanist Leo Polak

Op 9 december 2011 is het precies zeventig jaar geleden dat de Joodse rechtsfilosoof, vrijdenker en humanist Leo Polak ( 1880-1941) in het concentratiekamp Sachsenhausen overleed. Leo Polak was een strijdbare vrijdenker die voor zijn opvattingen durfde uit te komen. Hij vormde een verbindende schakel tussen het vooroorlogse vrijdenken en het naoorlogse humanisme. De essentie van zijn vrijdenken en humanisme getuigt van het besef van de verbondenheid van alle mensen als wezens die zich zo volledig en harmonieus mogelijk moeten kunnen ontplooien, en de erkenning van de mensheid als hoogste eenheid, hoger dan alle andere collectiviteiten die loyaliteit van mensen zouden kunnen eisen: kerk, Christendom, natie.

Ter nagedachtenis van deze belangrijke vrijdenker en humanist én vanwege de actualiteit van zijn denken en handelen, wordt er naar aanleiding van een op 9 december te verschijnen publicatie rond Leo Polak een symposium georganiseerd.

Op het symposium zullen spreken:

Jan Bontje, ‘Wie was Leo Polak?’
Peter Derkx, ‘De actualiteit van Leo Polak als vrijdenker en humanist’
Leo Samama, ‘Leo Polak en de nog immer actuele noodzaak autonoom te leren nadenken’
Hans Vink, ‘Polak en de vrijdenkers; een speurtocht door archieven en publicaties’
Vincent Geeraerts, ‘Polak en proportionaliteit’

Onder leiding van Anton van Hooff is er een forumdebat onder de titel ‘Hoe vrij en verantwoordelijk is de misdadiger? ‘

Voor de muzikale ontspanning treden Close Focus Mini op.

Aan het eind van de middag reikt Bert Gasenbeek het eerste exemplaar van de bundel ‘Liever een dode leeuw dan een levende hond’ , uit aan mevrouw Ans Samama-Polak – dochter van Leo Polak – en aan de kleinzoon Leo Samama.

Deelname is gratis. Vooraf aanmelden in verband met een beperkt aantal plaatsen

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